Moers Festival: Das Abenteuer geht weiter

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Was wir bereits wissen
Das Moers Festival ist mit stabilen Besucherzahlen und spannungsvollem Programm im zweiten Hallenjahr auf Kurs. Der Händlermarkt soll weiter optimiert werden.

Moers..  Die musikalische Wucht eines Colin Stetson und der Überraschungscoup der Französin Eve Risser mit einem 80-köpfigen Projektchor aus der Region drückte dem Moers Festival in diesem Jahr musikalisch den Stempel auf. Für deutliche Töne außerhalb des Konzertraums sorgte der Besuch der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters. Das Moers Festival sei eines der weltweit wichtigsten Festivals für improvisierte Musik, machte der Gast aus Berlin beim Bürgermeisterempfang am Sonntag deutlich. „Wenn man hier wohnt, ist man sich dessen oft nicht bewusst. Der Geist dieses Festivals ist ein großes Geschenk.“

Spagat meistern

Ein Ball, den Bürgermeister Christoph Fleischhauer bei seiner Premiere als Gastgeber in der Festivalhalle aufgriff: „Dieses Festival hat Weltruhm und wir in Moers sind verantwortlich dafür.“ Der große Zuspruch und die tatkräftige Unterstützung so vieler Geldgeber mache deutlich, wie erhaltenswert das Festival sei. Für die Zukunft gelte es, den Spagat zwischen dem künstlerischen Anspruch, den wirtschaftlichen Gegebenheiten und der Akzeptanz in der Bevölkerung zu meistern.

Ein dickes Lob für die Moerser und ihr Festival gab es auch von Ros Rigby, Präsidentin des Europe Jazz Network, die dem künstlerischen Leiter Reiner Michalke den „Award for Adventurous Programming“ – besonders abenteuerlustige Programmgestaltung – verlieh: „Ich bin beeindruckt, dass eine Stadt dieser Größe ein solches Festival beherbergt.“ Der Preis, so Michalke, sei für ihn und sein Team etwas ganz Besonderes – gerade weil er von Kollegen komme.

Nichtsdestotrotz wolle er die Auszeichnung gerne mit seinem Vorgänger Burkhard Hennen teilen: „Er hat einen größeren Anteil daran als ich.“ Angesprochen auf das erstmals abgespeckte Nebenprogramm – vor allem im Kinder- und Jugendbereich – machte Michalke klar: „Ich werde keine Ruhe geben, bis diese Projekte wieder zurück sind.“

Mit einer laut Veranstalter am Samstag und Sonntag nahezu ausverkauften Halle und insgesamt 12 000 Besuchern an allen Spielstätten zeigten sich Moers Kultur GmbH-Geschäftsführer Ulrich Greb und Reiner Michalke zufrieden mit der 44. Ausgabe des Festivals. In Sachen Händlermarkt kündigte Greb weitere Optimierungen an: „Wir werden gemeinsam mit Händlern und Besuchern schauen, was man noch verbessern kann.“