Moers: Die ganze Schule ist ein Zirkus

Zirkusprojekt der Astrid-Lindgren-Grundschule in Moers-Scherpenberg
Zirkusprojekt der Astrid-Lindgren-Grundschule in Moers-Scherpenberg
Foto: privat

Moers..  Eine Pudeldressur oder gar eine Löwennummer, nein, die gab es nicht beim Zirkusprojekt der Astrid-Lindgren-Schule in Scherpenberg. Aber wer braucht schon Raubtiere, wenn er mit der bloßen Hand eine Fackel ausdrückt oder sich in der Zauberkiste mit Schwertern durchbohren lässt? „Das hätte ich mich nicht getraut“, gestand Klassenlehrerin Nadine Lukossek, als die Redaktion ihre Zebra-Klasse besuchte und wissen wollte, wie das so ist, wenn eine ganze Schule zum Zirkus wird. Die Kinder ihrer Klasse aber trauten sich das und noch viel mehr – aber sie haben der Zeitung nicht alle Tricks verraten.

Nun sind Journalisten von Hause aus neugierig wie Schmitz Katze und können das Fragen nicht lassen: Wie denn wohl der Trick mit der Zauberkiste und den Schwertern funktionieren würde? Ein Junge grinste, zog sich zwei Finger über den Mund und sagte süffisant: „Hier ist ein Reißverschluss.“ Okay, dann muss die Presse eben akzeptieren, dass echte Artisten ihre Geheimnisse nicht verraten. Aber es muss doch was in der Zeitung stehen! Also bitte: Hat der Zirkus mehr Spaß gemacht als der Schulunterricht? Die Antwort der Zebra-Klasse war ebenso laut wie einstimmig: „Jaaaaaaa!“

Kinder waren Stars in der Manege

Und das, obwohl eine Menge Lampenfieber im Spiel war. Das Gefühl, in einem ausverkauften Zirkuszelt mitten in der Manege zu stehen, beschrieb ein junger Artist so: „Es war krass.“ Nun, ziemlich krass dürfte es auch für die Zuschauer gewesen sein, den kleinen Feuerschluckern zuzuschauen. Dass eine spezielle Paste benutzt wurde, die bereits bei extrem niedrigen Temperaturen brennt – wer im Publikum ahnt das schon? Die Reaktionen der Eltern und Großeltern sprachen Bände: „Oma sagte: Ich hätte nicht gedacht, dass Du das kannst.“ Und: „Mein Vater sagte: Das hätte ich mich nicht getraut.“

Seiltanzen, Poi-Schwingen, Trapeznummern, Jonglage – für jedes Kind, für jedes Talent war etwas dabei. Zwei Trainerinnen des Zirkus Zappzarapp sowie einige Eltern halfen beim Einüben der Zirkusnummern. Eine Woche lang, von 8 bis 13 Uhr, wurde an den Zirkusnummern gefeilt, bis sich der Vorhang für die Generalprobe hob. Und auch wenn es da noch ein wenig hakte, so waren die drei Vorstellungen ein grandioser Erfolg.