Moers bleibt auf Inklusionskosten sitzen

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Was wir bereits wissen
Das Land NRW hat die Inklusion beschlossen, aber zahlen müssen andere: Bis 2017 kostet die Inklusion die Stadt rund 3,1 Millionen Euro. Jeder Fall schlägt mit durchschnittlich 35 000 Euro zu Buche

Moers..  Die vom Land per Gesetz vorgegebene Inklusion kostet die Stadt bis 2017 über 3,3 Millionen Euro. Gleichzeitig erstattet das Schulministerium 182 000 Euro. Demnach drohen dem städtischen Haushalt Belastungen von mindestens 3,1 Millionen Euro bis 2017.

Das geht aus Zahlen hervor, die die Stadt auf NRZ-Anfrage vorgelegt hat. Demnach nimmt die Anzahl der Integrationshilfen in Schulen für seelisch behinderte Kinder stetig zu. Im abgelaufenen Schuljahr 2014/2015 wurden 32 solcher Hilfen durch Fachkräfte bewilligt, was Kosten von 1,123 Millionen Euro verursacht.

Wie die genauen Zahlen in den Schuljahren 2015/16 und 2016/17 aussehen, kann die Stadtverwaltung noch nicht sagen. Nur so viel: Weniger wird es nicht, denn bereits jetzt liegen weitere Anträge vor, wie ein Fachmann mitteilt: „Im Vergleich zum Schuljahr 2014/2015 werden die Kosten der Integrationshilfe nochmals deutlich steigen. Jeder Fall schlägt rein rechnerisch mit durchschnittlich 35 000 Euro pro Jahr zu Buche.“ Bei der Stadt geht man davon aus, dass Erst- und Fünftklässler neu unterstützt werden müssen und laufende Fälle auch in den kommenden Jahren genehmigt werden.

Seit dem vergangenen Schuljahr gibt es einen Rechtsanspruch auf Inklusion. Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen sollen, so die Vorgabe der Landesregierung, in Regelschulen und nicht mehr in so genannten Förderschulen unterrichtet werden. Die Eingliederung in den Regelunterricht (Inklusion) ist in vielen Fällen nur mit Betreuung und Unterstützung von sonderpädagogischem Fachpersonal zu leisten. Hier entstehen den Kommunen Kosten, die das Land offenbar nur zu einem kleinen Teil erstattet. In Moers sind das für die drei Schuljahre 2014/15, 15/16 und 16/17 genau 154 527 Euro Schulträgerkosten und 26 950 Euro Inklusionspauschale.

Zu den Kosten für das Fachpersonal kommen weitere hinzu. Fünf Schulen sollen für Inklusion vorbereitet werden: Grundschule Eschenburg (Teilstandort Annastraße), Grundschule Eichendorff, Grundschule Regenbogen, Hauptschule Justus-von-Liebig und die Anne-Frank-Gesamtschule. In den ersten beiden Fällen liegen die Kosten bei zusammen rund 450 000 Euro. Ein Antrag auf Förderung durch den Landschaftsverband Rheinland läuft. Wie teuer der Umbau der anderen drei Schulen wird, ist noch nicht zu beziffern.

Hinzu kommen Kosten für Schüler-Spezialverkehr und Personalkosten, die in der Verwaltung für die Planung und Durchführung der Inklusion an Moerser Schulen anfallen.