Moers: Bienenparadies für jeden Garten

Hans-Walter Schleisiek stellt sein Hobby vor. Der 78-jährige baut aus Baumscheiben Bienenhotels und gestaltet sie farblich mit einem Motiv.
Hans-Walter Schleisiek stellt sein Hobby vor. Der 78-jährige baut aus Baumscheiben Bienenhotels und gestaltet sie farblich mit einem Motiv.
Foto: Ulla Michels
Was wir bereits wissen
Der 78-jährige Hans-Walter Schleisiek baut seit mehreren Jahren Wildbienenhotels. Da Wildbienen nicht stechen, können die Hotels in jedem Garten hängen.

Moers..  Der Garten steht in voller Blüte, der Teich plätschert vor sich hin und es summt und sirrt nur so umher. Dies ist keine Beschreibung aus einem Buch, sondern die Beschreibung von Hans-Walter Schleisieks Garten.

Der 78-Jährige baut seit mehreren Jahren Wildbienenhotels, die auch ausgebucht in seinem Garten hängen. Angeregt wurde er durch Bienenseminar vor vier Jahren; dort entdeckte er, wie interessant doch Bienen in seinen Augen sind. Auf die Frage, was ihn am Bau der Hotels begeistert, antwortet er: „Zum einen ist es der Blick auf die Natur, insbesondere der auf die Wildbienen, und zum anderen auch der künstlerische Aspekt bei der Gestaltung der Hotels.“

Harmlos, aber nützlich

Wildbienen, so sagt Hans-Walter Schleisiek, sind wie ihre Verwandten, die Honigbienen, fleißige Bestäuber vieler Blütenarten. Es gibt weltweit 30 000 Arten, davon 500 in Deutschland. Zwei entscheidende Unterschiede sind aber, dass die Wildbienen keinen Honig produzieren – und nicht stechen.

Deswegen können die anlockenden Hotels auch bei Familien mit Kindern im Garten hängen. Ebenfalls können die Bienenwohnstätten auch gut zusammen mit Kindern gebastelt und gestaltet werden. Der Wildbienenfreund fertigt seit Jahren viele verschiedene Bienenhotels für sich und seine Kinder, für Verwandte, Bekannte und Nachbarn. Er erzählte, dass dies gar nicht schwierig und vor allem spannend sei, denn: „Jede Scheibe ist ein Unikat“, beschreibt es Schleisiek. So hat er eine Scheibe mit einem bunten Schmetterling verziert. Außerdem muss das Hotel nicht gereinigt werden, das erledigen die Bewohner schon selbst, nachdem sie ein Jahr später schlüpfen und ausziehen.

Hotel im eigenen Garten

Alles, was man bräuchte, wäre grundsätzlich ein Scheibe aus einem Baumstamm und eine Möglichkeit, um dort Löcher hinein zu bohren. Die Lochgröße liegt zwischen drei bis sechs Millimetern. Er selbst gestaltet die Scheiben noch zusätzlich mit Brandmalerei. Schleisiek bekommt die Holzscheiben durch einen Bekannten und lässt sie beim Schreiner ebnen. So lassen sie sich besser verarbeiten, er­klärt er. Dann zeichnet er mit dem Bleistift das Motiv und die Tunnelpositionen auf.

Das Motiv brennt er dann mit einem speziellen Brennstab in das Holz ein. Die Tunnel bohrt er mit einer Lochgröße von etwa fünf Millimetern in das Holz. Beim Platzieren der Hotels sei es wichtig, dass der Ort vor Wind und Regen geschützt ist und dass es eine köstliche Blumenauswahl für die Wildbienen gebe.

Neben den Hotels fertigt er außerdem Igelhäuser und Hummelhäuser in liebevoller Handarbeit. Zum Verkauf stehen seine Arbeiten zwar nicht, aber sollten Fragen zum Bau der Unterkünfte auftauchen, steht er gern mit Rat zur Seite.