Moers: Azubis spielen Theater

Foto: Christoph Karl Banski / FUNKE Fo
Was wir bereits wissen
Gemeinsames Projekt von Schlosstheater und Sparkasse am Niederrhein geht in die fünfte Runde

Moers..  Allein der Titel des Theaterstücks zeigt, dass der Sparkassenmitarbeiternachwuchs durchaus mit Sinn für Humor durchs Berufsleben geht: „Wenn ich was anderes machen würde, würde ich vielleicht nicht immer ans Geld denken“ heißt das Stück der deutschen Autorin Felicia Zeller, das Schlosstheaterpädagoge Holger Runge am 8. März mit zehn Auszubildenden der Sparkasse am Niederrhein im Schloss auf die Bühne bringen wird. Bereits zum fünften Mal arbeiten Schlosstheater und Sparkasse an einem gemeinsamen Theaterprojekt, das in dieser Form bundesweit bislang als einzigartig gilt.

Schon der Dresscode bei der offenen Probe am Dienstag ist ein anderer als sonst im Arbeitsalltag der Auszubildenden: Im – freundlich ausgedrückt – sehr legeren Schlabber-Freizeitlook fläzen sich die zehn Azubis auf Stühlen und üben sich im absurden Alltagswahnsinnsdialog eines Paares am Frühstückstisch: „Ich habe zu wenig Geld, um mir billige Schuhe zu kaufen ... – Mäuschen, du bringst mich aus dem Häuschen ...“. Für Jan Gerlich ist es das erste Mal, dass er auf einer Theaterbühne stehen wird. Was er für sich aus dieser Erfahrung mitnehmen wird? „Ich glaube, dass man dabei offener wird“, sagt der Azubi.

Dass man im Theaterprojekt auch fürs Berufsleben lernen kann, davon ist seine Azubi-Kollegin Julia Breidenbach überzeugt: „Hier spielt der Teamgeist eine wichtige Rolle. Alleine kriegt man nichts auf die Reihe. Außerdem hat das ganze einen hohen Spaßfaktor – das schweißt zusammen.“

An der Aufgabe wachsen

Seitenweise Text auswendig lernen, aus sich heraus gehen, improvisieren – all das vor großem Publikum und live: Sabine Lucas, bei der Sparkasse am Niederrhein zuständig für die Ausbildung, weiß aus den vorangegangenen Projekten, dass zu einem Bühnenauftritt viel Mut gehört und dass die Azubis an einer solchen Aufgabe wachsen können. „Der Teamgedanke spielt eine ganz wichtige Rolle. Wie gehe ich mit Fehlern des anderen um, wie finde ich schnell eine Lösung dafür. Sich solchen Situationen zu stellen ist gut für das Selbstvertrauen.“

Richtig leicht macht Holger Runge es dem Schauspielerteam dabei nicht – dafür sorgt auch die oft absurd anmutende Sprache. „Im Prinzip haben wir hier ein RTL2-Setting mit Kunstsprache – das ist die theatralische Herausforderung“, bringt es Runge auf den Punkt. In den nächsten Proben wird es darum gehen, Handlung und Text weiter zusammenwachsen zu lassen.

Noch glüht kein Lampenfieber, noch gehen die meisten Akteure ihre neue Rolle eher locker an. Respekt vor dem großen Auftritt ist aber schon zu spüren. Irgendwie ist so eine Theaterpremiere dann doch schon anders, als das erste Kundengespräch am Schalter ...