Moderner Sport mit altem Schwert

Schwertkämpfer Johannes Matthias Bauer beim Training in der Halle der neuen VHS in Kamp-Lintfort
Schwertkämpfer Johannes Matthias Bauer beim Training in der Halle der neuen VHS in Kamp-Lintfort
Foto: Lars Heidrich

Kamp-Lintfort.. Schwertkämpfe kennen die meisten wohl aus mittelalterlichen Filmen und haben sofort einen Ritter in Rüstung vor Augen, der sein Eisenschwert gegen einen Gegner erhebt. Dass es auch anders geht, zeigt nun die VHS, die ab kommendem Dienstag einen Kurs in moderner Schwertkunst anbietet, bei dem es nicht um Rollenspiele, sondern um eine ganz besondere Sportart geht.

Ähnlichkeit mit Karate

Matthias Johannes Bauer, Präsident des Verbands für moderne Schwertkunst, hat bereits seit 15 Jahren Erfahrungen mit dem Schwert und ist mit seinem dritten Meistergrad einer der Besten aus ganz Deutschland. Der 35-Jährige begann zunächst mit Kung-Fu, durch sein Studium der Mittelalterwissenschaften kam er jedoch schnell in den Geschmack des Kämpfens mit dem Schwert. „Zunächst hab ich im Keller einen Kurs im Schwertkampf geleitet“, erzählt Bauer. Dies sei aber eher eine „Schnapsidee“ gewesen als ein ernsthaftes Projekt. Kurze Zeit später wurde ihm dann aber angeboten diesen Kurs im örtlichen Sportverein zu halten und so führte eins zum anderen.

Das war 2002, heute, über zwölf Jahre später, hat der Verband rund 500 Mitglieder und ist über den Fachverband VMSB im Deutschen Olympischen Sportbund organisiert. „Der richtige Boom kam durch den Film ,Der Herr der Ringe’“, erzählt Bauer.

Alle zwei Jahre gibt es eine deutsche Meisterschaft, an der bis zu 90 Schwertkämpfer teilnehmen. Die Sportart hat viele Ähnlichkeiten mit Karate, wie die unterschiedlichen Ränge, vom weißen bis zum schwarzen Gürtel. Beim Training nutzen die Sportler Holzschwerter, bei Meisterschaften oder Freikämpfen werden circa ein Kilo schwere Kunststoffschwerter benutzt, die rund 120 Euro kosten und sich je nach Größe und Gewicht des Sportlers unterscheiden. Außerdem gehören zur Ausrüstung ein Helm, ein Brust- und ein Genitalschutz, sowie Handschuhe. „Die Handschuhe kommen ursprünglich aus dem kanadischen Lacrosse“, erzählt Bauer. Die Kampffläche ist zehn mal zehn Meter groß, so dass die Kämpfer sich während des kurzen Schlagabtausches frei bewegen können. Der Kampf mit dem Schwert mag sich gefährlich und verletzungsfördernd anhören, ist er aber nicht: In den zwölf Jahren Sportgeschichte gab es erst zwei kleine Verletzungen an Händen. Die moderne Kampfkunst fördert das Gleichgewicht und „soll Menschen zu einem gesunden Leben helfen“, erzählt Bauer. Der gebürtige Münchener ist mit Herzblut Präsident des Vereins und möchte nun auch die Niederrheiner von modernen Schwertkunst begeistern.

Ab Dienstag, 10. Februar, bietet Bauer einen neuen Kurs in der VHS an. Dabei können interessierte Schwertkämpfer einen Einblick in die moderne Schwertkunst erhalten. „Der Sport gibt mir viel zurück und das soziale Umfeld ist einfach super“, erzählt Bauer, der den VHS-Kurs leiten wird. Während des Kurses werden die Teilnehmer in die Sportart eingeführt und erhalten einen Einblick in das Kämpfen mit Schwertern. „Mein Ziel ist es, diesen Sport bundesweit groß zu machen“, erzählt Bauer motiviert und scheint auf dem besten Weg dahin zu sein.