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Mit zwei Alten zur Hochzeit und nie kopflos stechen!

11.01.2009 | 20:09 Uhr

DOPPELKOPF. Sie sitzen am liebsten in der Kneipe und spielen Karten. Ein Lotterleben? Von wegen: Bei "Karlchen" ist das Bundesliga-Sport!

Wenn sie Karten sehen, juckts: Jürgen, Hermann, Erich und Thorsten. (Foto: Heiko Kempken)

AM NIEDERRHEIN. Sie gehen mit zwei Alten zur Hochzeit, sie fangen schlau den Fuchs und sie freuen sich kaputt, wenn Karlchen Müller auch einen Stich macht. Doppelkopfspieler haben eine eigene Sprache. Bei manchen Menschen wird aus Spaß Ernst. Die wollen nicht mehr nur spielen, die wollen richtig Stiche machen. Dazu gründen sie einen Verein. Und wenn sie ernsthaft genug trainieren, kommen sie sogar in die Bundesliga des Deutschen Doppelkopf-Verbandes (DDV). "Karlchen", der heimische Verein mit Teilnehmern aus der gesamten Umgebung, ist seit 1992 dabei - und ununterbrochen auf Bundesliga-Ebene an den Spieltischen.

Wie so oft begann alles in fröhlicher privater Spielrunde der Landtagsabgeordnete Eberhard Sohns war dabei und Hermann Baaken, der auch heute noch die Seele des Vereins ist. Eberhard Sohns Tochter Heike war als einzige damals schon Vereinsspielerin - und sie wurde nach der Gründung von "Karlchen ´92" auch erste Vereinsmeisterin. Logisch.

"Karlchen" verfügt derzeit über 28 Mitglieder. So sittenstreng auch das Regelwerk der Bundesliga ist, Turniere und Vereinsinterne Ranglistenspiele finden nach wie vor meist in Kneipen statt. Das Standquartier der "Karlchen"-Akteure ist die Landgaststätte "Zur Grenze" genau zwischen Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn.

Lernen kann´s praktisch jeder, aber richtig können dauert ein wenig, wie Jürgen Schützendorf sagt: "Ich bin jetzt ein Jahr dabei, aber ich glaube, ich brauche noch ein, zwei Jahre, bis ich das alles bundesligagemäß voll drauf habe." Derzeitiger Vereinsmeister ist übrigens Dr. Winfried Wolter aus Neukirchen-Vluyn.

Neben dem "harten Brot" der Bundesliga-Turniere mit ihren 24 Spielen umfassenden Runden gibt´s im Verein auch lockere Entspannung. Dazu gehören auch gemeinsame Ausflüge ins Sauerland. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass nicht spielende Ehegesponse dabei leicht verärgert werden können wenn die Ligazocker auch bei diesen Gelegenheiten ihre 48-blättrige Leidenschaft auf den Tisch bringen. Am besten spielen die Partner selbst gleich mit...HIER SPIELT DER WIRT Hier spielt auch der Wirt persönlich: Erich Deselaers greift mit Leidenschaft zu den karten, und selbst sein Koch Thoersten Birnbaum ist aktives Vereinsmitglied und natürlich ein begeisterter Doppelkopfer.

KARL DANIEL

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