Mit Orang-Utan Walter auf Du und Du
24.12.2008 | 16:09 Uhr 2008-12-24T16:09:00+0100
Daniel Herken aus Neukirchen-Vluyn ist Tierpfleger im Zoo. Er kann sich keineren schöneren Job denken. Die Affen hat er besonders gern.
Elefant, Tiger und Co. – die Fernsehserien über Tiere und ihre Betreuer in Zoos erfreuen sich großer Beliebtheit. Der Neukirchener Daniel Herken (26) hat das Ganze tagtäglich in natura. Er ist ausgebildeter Tierpfleger im Zoo Dortmund und sozusagen von Berufs wegen mit Orang-Utan-Mann Walter auf Du und Du.
Langweilig wird dem Pflegerteam nie. Morgens um sieben machen sie sich – immer zu zweit – auf ihre Runde. Nachsehen, ob alle noch da sind. Oder ob die Zäune in Ordnung sind. Mit im Gepäck die Eimer, die in der Futterküche vorbereitet wurden. Tapire, Baumkängurus, Alpakas und die Kamele warten schon. Nicht zu vergessen die Orangs, auch sie haben morgens einen gesegneten Appetit auf Obst, Gemüse und Tee. „Ein Hit ist Früchtetee. Der muss besonders lecker schmecken.” Leichte Diät ist angesagt. „Zootiere neigen zum Dickwerden.”
„Unser Job besteht zu 80 Prozent aus Saubermachen.” Das ist harte Arbeit: Allein die vier Kamele machen einen Container voll Mist am Tag. Auch Laub muss im Herbst gefegt werden, schließlich soll alles ordentlich aussehen, wenn die Besucher kommen.
Ein Liebling Daniel Herkens ist der 19-jährige Orang-Utan-Mann Walter. „Er ist ganz sanft, ein lieber Kerl”, berichtet Daniel Herken. „Wenn er mich früh morgens anlächelt, ist das schon ein besonderes Gefühl.”
Respekt vor den großen Eckzähnen
Was aber bei den Menschen beileibe nicht zu Hätschel-Attacken führt. Ins Gehege zu den Tieren zu gehen, sei streng verboten. „Allein vor den großen Eckzähnen der Orangs sollte man Respekt haben. Von den Muskelpaketen 'mal abgesehen. Ein Orang-Mann kann eine Kokosnuss knacken – aber ohne Werkzeug.”
Schöne Erlebnisse: „Ein Orang-Weibchen war schwanger. Aber wir wussten nicht ganz genau, wann das Junge zur Welt kommen würde.” Es passierte über Nacht: „Morgens kommt mein Kollege zum Gehege, da streckt die Orang-Mutter ihm ihr kleines Neugeborenes entgegen. Er sollte es kennen lernen und bewundern.” Oder: „Ich komme morgens ins Gehege, und da steht ein kleines Kamel auf wackeligen Beinen.”
Durch die Gitter wird mit den Affen getauscht, Gegenstände gegen Lecker. „Das trainieren wir aus gutem Grund.” Orangs sind schlau, sie porkeln an Schrauben und anderen Dingen herum, wo sie nur können. „Eine Schraube ist schon ziemlich wertvoll. Sie kostet eine Banane oder einen Löffel Honig. Eine Unterlegscheibe bekommt man vielleicht schon für eine Erdnuss zurück.” Für eine Kindermütze muss der Pfleger sich schon so einiges einfallen lassen.
Erfindergeist ist vorteilhaft
Erfindergeist ist beim Basteln von Tierbeschäftigungen von Vorteil. Leckereien werden in Säcke oder Bambusröhrchen gestopft, bevor die Affen sie bekommen. „Jeder bekommt davon seinen Teil, sonst gibt es Streit.”
Auch die Vögel versorgt Daniel Herken. Einige sind wahre Vielfraße. „Ein ausgewachsener Uhu beispielsweise verspeist bis zu zehn tote Küken am Tag.” In der gefiederten Abteilung hockt noch ein Liebling des Neukircheners: Konrad, der Kondor. „Ein toller Anblick, wenn er auf seinem Ast sitzt, seine imposanten Schwingen lässig ausbreitet und einen dabei ganz freundlich anguckt.” Hektik bricht aus, wenn Vögel mit dem Kescher gefangen werden müssen. „Heimische Singvögel sind wahre Flugkünstler...”
Bei Daniel Herken zu Hause an der Kreuzstraße wohnt ein weiterer Zoo. Die ganze Familie frönt demselben Hobby, der Zucht von Tieren. „Schon meine Großeltern züchteten Rassekaninchen und Geflügel.” Ein Hobby, das auf Eltern und Enkel überging.
Die Mutter hat das Geflügel unter sich, Vater hält im Garten Kaninchen, und Sohn Daniel pflegt Vögel aller Art. Draußen im Gehege schlummert ein Streifenhörnchen, oben bei den Schwestern leben ein Hamster und einige Schildkröten. Die Zwergwachtelbabys wohnen im Keller. Nicht zu vergessen die vier Hauskatzen der Familie.
Als Daniel Herken in Lintfort sein Abitur machte, stand längst fest: „Ich wollte Tierpfleger werden.” Drei Jahre dauerte die Ausbildung samt IHK-Prüfung. „Ich kann mir keinen schöneren Beruf denken.”
17:52
Liebe Antonietta,
Ihre Sorge um die armen Zootiere in Ehren, vielleicht befassen Sie sich einmal mit tiefergehender Lektüre oder widmen sich Seiten wie www.vdz.de oder mit der Zoo AG Bielefeld (nur als Beispiele), um ein etwas qualifizierteres Urteil abgeben zu können. Viel Spaß beim Lesen und beim Erkenntnisgewinn!
14:35
Die Zucht in Gefangenschaft sorgt für einen Überschuss an Tieren. Babys sind nämlich Kassenmagneten und ziehen massenweise Besucher an, die zusätzlich zum Eintrittsgeld auch noch Geld in den Geschenkeshops und Snackbars der Zoos ausgeben.
Zoos können vielleicht größere und feudalere Anlagen bauen, aber es sind und bleiben doch Gefängnisse. Viele Verbesserungen sind eher kosmetischer Art und dienen eher den Besuchern als den Tieren. Die meisten Tiere in Gefangenschaft leiden unter Frustration und Langeweile. Anstatt Millionen darauf zu verschwenden, Unmengen an Tieren einzusperren, sollten wir uns für die Erhaltung und Wiedereinrichtung dessen einsetzen, was wir Menschen den Tieren genommen haben: ihren ursprünglichen Lebensraum.