Mit der Musik zurück in die Kindheit

Moers..  Den Traum, in seiner Geburtsstadt Aleppo wieder einmal ein Konzert zu spielen, hat Ziad Rajab vor vier Jahren begraben. „Ich hatte ihn, bevor der Krieg los ging. Jetzt ist alles anders.“ Der syrische Musiker lebt seit 1988 in Griechenland, mittlerweile leben nur noch wenige seiner Verwandten in Syrien. Das Schicksal seines vom Krieg gemarterten Heimatlandes begleitet ihn überall hin. „Ich bin dort geboren, ich habe dort meine ersten Schritte gemacht,“ sagt der Weltreisende in Sachen Musik. Die Oud, das Intrument, das Rajab nicht nur spielt, sondern auch selbst baut, ist für ihn zugleich ein Stück Kultur und Heimat. „Ich trage viele Bilder aus meiner Kindheit in mir und oft, wenn ich Musik mache, kommen diese Bilder zurück. Viele der Lieder, die ich spiele, habe ich von meiner Großmutter. Wenn ich sie spiele, kehren die Momente meiner Kindheit wieder.“

Bei seiner Premiere in der Festivalhalle am Sonntagnachmittag, gemeinsam mit dem neuseeländischen Saxofonisten James Wylie und dem griechischen Drummer Kostas Anastasidis, kam Ziad Rajab um eine Zugabe nicht herum. Sicherlich nicht nur, weil im Publikum Menschen saßen, die seine Lieder kannten. Für die einen neue fremde Klänge, für die anderen ein Stück Heimat in schweren Zeiten. Auch das ein wichtiges Stück Moers Festival in diesem Jahr.