Das aktuelle Wetter Moers 7°C
Kultur

Milchsuppen-Himmel

11.02.2011 | 17:32 Uhr
Milchsuppen-Himmel
Kunstausstellung mit Hans Werner Thurmann im Peschkenhaus Moers. Foto:Gisela Weißkopf/WAZFotoPool

Moers. So schönes Licht gibt es nur am Niederrhein, findet Hans Werner Thurmann. Und zeigt in seinen Bildern auch, warum. Zu sehen sind sie in einer Ausstellung im Peschkenhaus.

An der Treppe nach oben hängt groß ein Spruch von Claude Monet: „Ich würde gerne malen, wie der Vogel singt.“ Nicht die einzige Verbundenheit des Moerser Malers Hans Werner Thurmann zum französischen Impressionisten, die in der Ausstellung „Natur als Farberlebnis“ im Peschkenhaus zu sehen ist. Bei einem seiner Bilder fehlen einem geradezu die Seerosen, die das Auge seit Monet auf schillernd grünem Wasser sucht.

Schöne Gefühle

„Ich mache da weiter, wo Monet aufgehört hat“, sagt Thurmann und meint damit, dass er vor allem Gefühle durch seine Farben hervorrufen will. Und es sind: schöne Gefühle. Lichtdurchflutete Wege durch den Jungbornpark erstehen da vor dem Auge des Betrachters, selbst graue Industriekulissen bekommen durch die beherzte Farbkomposition einen gewissen Glanz. Aber Thurmann legt Wert auf die Feststellung: „Ich bin kein Idylle-Maler.“

Eindrücke
Farbe erleben

„Natur als Farberlebnis“ von Hans Werner Thurmann im Peschkenhaus wird unterstützt vom Rotary Club Moers. Ausstellungseröffnung ist am Samstag, 12. Februar, 19 Uhr. Zu sehen sind die Bilder bis zum 10. April. Geöffnet: dienstags bis sonntags, 14 bis 18 Uhr. Eintritt: zwei Euro. Künstlergespräch ist am 13. März, 11.30 Uhr. Am 1. April, 19.30 Uhr, liest Aki Henn „Träume sind nicht Schäume“.

Wohl aber einer, dessen Sache der brutale Umgang mit Farbe nicht ist. Er sei vielmehr, so bekennt der Beuys-Schüler, bekennender Niederrheiner: „So einen wunderschönen Milchsuppen-Himmel gibt’s im Norden oder Süden nicht. Da sind die Farben härter.“ So haucht der Maler, der überraschenderweise durch Beuys an die Natur-Malerei gekommen ist, ein klitzekleines bisschen Orange ins Blau-Grau und schon ist’s genau der Himmels-Farbton über den niederrheinischen Weiten, der uns so vertraut ist.

Genau genommen betuppt Thurmann unser Auge. Denn das, was wir sehen, hat er manchmal gar nicht gemalt. Das sind bloß Farbtupfer, aber so hingehaucht, dass wir die Rheinbrücke sehen. Manchmal nimmt er die Gegenständlichkeit sogar so weit zurück, dass eigentlich nur verschiedene Grüntöne übrig bleiben. Und doch, eindeutig, da sind: Büsche, Bäume, eine Trauerweide, Wasser, ein Sonnenstrahl.

Das Auge sieht mehr,
als im Bild ist

68 Arbeiten aus den letzten zehn Jahren zeigt der freischaffende Künstler erstmals in einer Einzelausstellung im Peschkenhaus. Wobei es Monika Jaklic vom Kunstverein ein bisschen bedauert, dass Thurmann keine einzige seiner Zeichnungen mitgebracht hat, die sie so schätzt.

Karen Kliem

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4270764/create

Weitere Nachrichten aus dem Ressort
Fotos und Videos
Zum letzten Mal
Bildgalerie
Moers Festival
Festumzug zur Kirmes
Bildgalerie
Pfingsten
Der 3. Tag
Bildgalerie
Moers Festival
Der 2. Tag
Bildgalerie
Moers Festival
Aus dem Ressort
Auf dem Moers-Festival 2014 wird es keine Partymeile geben
Moers Festival
Es ist offiziell: Der Umzug in die neue Veranstaltungshalle bedeutet das Aus für die Marktmeile auf dem Moers-Festival. 2014 wird es den Händlermarkt, der im Freizeitpark noch zum Standardprogramm gehörte, am neuen Standort nicht mehr geben. Die Veranstalter wollen "zurück zu den Ursprüngen."
Vermisster 22-Jähriger aus Moers ist tot
Vermisstensuche
Rund anderthalb Wochen suchte die Polizei nach einem jungen Mann aus Moers, den seine Familie am 7. Mai als vermisst gemeldet hatte. Nun steht fest, dass der 22-jährige Thomas K. nicht mehr lebt. Er wurde Donnerstag leblos in Duisburg-Homberg gefunden. Die Polizei stellte kein Fremdverschulden fest.