Mieter der Neukirchen-Vluyner Nau-Bauten fordern Sanierungen

Die Mieter der Hochhäuser wollen keine Luxusrenovierungen, sondern bezahlbaren Wohnraum.
Die Mieter der Hochhäuser wollen keine Luxusrenovierungen, sondern bezahlbaren Wohnraum.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die neugegründete Mietergemeinschaft will mit dem Eigentümer der Hochhäuser reden. Nach dem Brand am Samstag ist die Stimmung weiter gekippt.

Neukirchen-Vluyn.. Die Mieter der Nau-Wohnungen kommen einfach nicht zur Ruhe. Die Brände im vergangenen März, der Wirbel um den Verkauf, die Massenkündigungen zum Jahresbeginn, jetzt wieder das nächste Feuer. Wie zu hören ist, sollen in der leer stehenden Wohnung die Möbel in einem Raum zusammengeschoben gewesen und das Feuer in der Küche der rechten Wohnung in der fünften Etage ausgebrochen sein. Ob es sich um fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung handelt, müssen die Ermittlungen der Kripo klären.

Die Mieter haben sich Ende vergangener Woche offiziell zu einer Mietergemeinschaft zusammengeschlossen. Deren Sprecher Nicole Hein, Dirk Biallas, Ingeborg Kelm, Carolina Broz und Thorsten Lissen reden jetzt Tacheles. „So geht es hier nicht weiter“, betont Dirk Biallas. „Die Stimmung kippt immer weiter.“ Die unbürokratische Hilfe für die Brandopfer sieht er kritisch, ob sie umgesetzt wird und ankommt – da hat er so seine Zweifel.

„Wir dürfen hier nicht einmal renovieren“

Für den Sprecher der Mietergemeinschaft ist es jetzt an der Zeit, dass sich der Eigentümer mit den Mietern an einen Tisch setzt. Zu viele Dinge liegen für ihn im Argen, als dass es so weitergehen könnte. „Wir dürfen hier ja nicht einmal renovieren“, unterstreicht Dirk Biallas und erzählt von seinen Vorstößen, die offenbar allesamt schon im Keim erstickt wurden.

Aus der ersten Mieterversammlung ist ein deutlicher Forderungskatalog hervorgegangen: „Keine weiteren Geschäfte auf dem Rücken der Mieter, Sanierung unserer Wohnungen statt spekulativer Mietervertreibung, Verzicht auf Luxusmodernisierung und Luxussanierung, Herrichtung und Erhaltung unseres bezahlbaren Wohnraumes, beginnend in einem leerstehenden Haus, Beachtung der Sozialbindung (aus Steuergeldern) mit Mietobergrenzen.“ Zudem wollen die Mieter, dass notwendige Zwischenumzüge bezahlt werden, die Rückkehr in die alten Wohnungen garantiert wird und dass es Entschädigungen für nicht mehr verwendbare Mieterinvestitionen gibt.

Stadtverwaltung soll Reparaturen erzwingen

Sie fordern zudem die Offenlegung „aller bislang ohne Mieterbeteiligung erarbeiteten Konzepte und Lösungsvorstellungen“. Auch die Stadtverwaltung nehmen die Sprecher in die Pflicht. Die solle die Teilhabe der Mietervertreter an allen weiteren Verhandlungen garantieren und die dringlichsten Reparaturen erzwingen.

Die SPD-Fraktion forciert die Behandlung des Themas im nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung. Dabei geht es dem Vorsitzenden Jochen Gottke aus städtebaulicher Sicht um die Aufstellungsbeschlüsse für die B-Plan-Änderungen. Er bringt Veränderungssperren ins Gespräch, aber auch die Aufgaben der Stadt als Wohnaufsichtsbehörde. Gottke erinnert an einen Beschluss aus 2013, in dem es unter anderem heißt: „Die Belange der dort lebenden Bewohner sind bei der weiteren Planung angemessen zu berücksichtigen.“