Mieter-Ängste in Neukirchen-Vluyn

Nau-Häuser Kiefernweg Neukirchen-Vluyn
Nau-Häuser Kiefernweg Neukirchen-Vluyn
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Nachdem einigen Mietern die Kündigung ins Haus flatterte, will das Jobcenter ab Kündigungstermin die Leistungen kürzen. Aber wer sich kümmert, kriegt weiter Geld.

Neukirchen-Vluyn..  Die Situation ist unübersichtlich. Nahezu täglich tauchen rund um den Vluyner Nordring neue Fragen auf. So haben einige Mieter, die ihre Sonderkündigungsschreiben an das Jobcenter des Kreises Wesel weitergeleitet haben, nun einen Änderungsbescheid über die Leistungen erhalten. Unter anderem heißt es dort: „Wegen der Kündigung Ihrer Wohnung zum 31.03.2015 werden ab April die Kosten der Unterkunft vorläufig heraus genommen.“ Schon befürchteten die betroffenen Mieter, dass die Unterstützung folglich ausbleiben würde.

Die Angst, dass eine Zahlung ausbleiben wird, ist unbegründet. Wie eine Sprecherin des Jobcenters auf Nachfrage der Redaktion erklärte, ist die Zahlung der Kosten der Unterkunft an einen Mietvertrag gekoppelt. Wird der gekündigt, fällt die Grundlage weg. Aber: Sofern mit dem Vermieter die Einigung erzielt wird, dass der betreffende Mieter in der Wohnung bleiben darf, gibt es dadrüber ein Schriftstück, das dem Jobcenter vorgelegt werden kann.

„Dann zahlen wir eine Nutzungsentschädigung“, sagt die Sprecherin. So heißt das mietrechtlich, die Höhe sei in der Regel mit den Kosten der Unterkunft vergleichbar. Allerdings hätten sich noch nicht alle „Kunden“, wie die betroffenen Personen im Fachjargon heißen, beim Jobcenter gemeldet. Und man könne nicht jene Mieter, die überhaupt keine Kündigung bekommen haben, von denen unterscheiden, die ihre Kündigung nicht vorgelegt haben. Das sollten sie nach Angaben des Jobcenters aber tun, weil dann geklärt werden könne, wie im Falle eines Umzugs verfahren werden kann.

Wie es vom Jobcenter heißt, müsse ebenfalls geprüft werden, inwiefern der Eigentümer der Immobilien zu finanziellen Umzugshilfen verpflichtet sei. In gut einer Woche beginnt die Hausverwaltung mit der Bestandsaufnahme in den Gebäuden – bei den Gesprächen soll jeweils ein Mitglied der Sprechergruppe der Mietergemeinschaft dabei sein.