Mehr Abwechslung geht nicht

Foto: Ulla Michels

Moers..  Bei „Farben aus Südfrankreich“ denkt der gemeine Mensch als erstes an – genau, lila. Oder vielleicht noch Ocker. Das sind nun ausgerechnet die Farben, die in der aktuellen Ausstellung im Peschkenhaus kaum auftauchen. Dafür mehr grün und blau, vor allem grau und schwarz. Es ist die erste große Ausstellung nach der umfangreichen Sanierung des Hauses.

Zehn Künstler der Art-Col Aveyron, einem Künstlerbund in einem Ort nahe Toulouse, zeigen etwa 80 Werke in der frisch renovierten Galerie. Und das im Austausch mit der Gruppe Duktus aus Westfalen: Zehn Künstler hin, zehn Künstler her. Die Franzosen sind an drei Orten hier in der Region zu sehen: Bis vor kurzem hingen die „Farben aus Südfrankreich“ noch in Lünen, nach Moers werden sie ins Atelierhaus Westfalenhütte in Dortmund wandern und dort europäische Brücken durch Kunst bauen.

Affenbilder

Zehn Künstler sind zehn Positionen. Verbindendes ist in der Ausstellung nicht zu erkennen, so unterschiedlich sind die Arbeiten. Von klassisch impressionistisch über realistisch bis abstrakt, von Fotokunst über Akte bis zu pastösen Bildern von sich lausenden Affen. Abwechslungsreicher in Stil und Farbgebung, ja sogar im Format, geht kaum.

Sommer und Sonne jedoch sind nicht das Thema. Marie-Claude Cavagnac etwa blickt doch ziemlich düster-grau auf die Landschaft der beliebten Ferienregion. Serge Bonnet gar nagelt kahle Äste auf grau. Suzanna Pejoskas Kunst wirkt dagegen beinahe fröhlich mit ihren goldigen Mustern. Aber auch das hat nichts mit Südfrankreich zu tun, sondern – mit Blick auf ihre mazedonische Heimat – eher mit slawischen Trachten. Yuta Strega, eine Deutsche, die seit 40 Jahren in Frankreich lebt, kann auch farbig. Sie malt spannungsgeladene Stillleben. Doch, das geht. Guy Sounilac führt uns in klassischer Pünktchen-Malerei ans Wasser und durch die Jahreszeiten, ja auch den verschneiten Winter. Jean-Pierre Ravel bringt das Kunststück fertig, aus einer schwarz-weißen Fotografie von glitzerndem Wasser durch die Bearbeitung jede Bewegung herauszuzaubern.

Die Arbeiten sind käuflich, allerdings nicht gerade aus der Portokasse zu bezahlen.