Medizin statt Möbel im Herzen Kamp-Lintforts

Günter Debus hat das leer stehende Möbelhaus Kremer im Hintergrund gekauft. Im Erdgeschoss entstehen medizinische Praxen, im oberen Bereich Mietwohungen.  Den ganzen Komplex teilt sich der Apotheker mit den Eigentümern der Wohnungen in den oberen Geschossen links.
Günter Debus hat das leer stehende Möbelhaus Kremer im Hintergrund gekauft. Im Erdgeschoss entstehen medizinische Praxen, im oberen Bereich Mietwohungen. Den ganzen Komplex teilt sich der Apotheker mit den Eigentümern der Wohnungen in den oberen Geschossen links.
Foto: FUNKE Foto Services
Apotheker Günter Debus hat das leer stehende Möbelhaus Kremer in der Innenstadt gekauft. Er siedelt dort Praxen an und baut barrierefreie Wohnungen

Kamp-Lintfort..  Sieben lange Jahre steht das Ladenlokal des früheren Möbelhauses Kremer weitgehend leer – ein schwarzes Loch im Herzen der Innenstadt. Das wird sich bald ändern. Der Apotheker Günter Debus hat die komplette Immobilie gekauft. Einzelhandel ist hier allerdings nicht mehr vorgesehen, bestätigte der städtische Wirtschaftsförderer Dieter Tenhaeff auf Anfrage der NRZ.

Günter Debus hat die Immobilie bereits 2013 erworben. Konkret geht es um den dreigeschossigen Teil des ehemaligen Möbelhauses in der Fußgängerzone sowie um das Erdgeschoss, das sich vis à vis zum Rathaus um die Ecke bis zum Bereich gegenüber der Sparkasse zieht. Hier will Debus noch in diesem Jahr umbauen und die Praxis eines Physiotherapeuten, einer Ergotherapeutin und einer Logopädin ansiedeln. Die Teilbaugenehmigungen gehen in dieser Woche raus, versichert Dieter Tenhaeff. Mit den Praxisbetreibern ist sich Debus einig. Er geht davon aus, dass sie Anfang 2016 die Arbeit in den neuen Räumen aufnehmen werden. Die Arztpraxis Heisters bleibt an Ort und Stelle.

In der ersten und zweiten Etage des früheren Möbelhauses sowie in einem neuen Sattelgeschoss will Debus 15 Mietwohnungen bauen. „Oben werden wir zwei Penthouse-Wohnungen haben“, kündigt der 72-Jährige an.

Ein Kraftakt

In den anderen Etagen werden die Wohnungen – ebenfalls mit gehobener Ausstattung – zwischen 60 und 85 Quadratmeter groß sein. „Alle mit Balkon, teilweise mit zwei Balkonen“, so Debus. Wichtig für ihn: „Alle Wohnungen bauen wir barrierefrei. Sie sind also auch für ältere Menschen interessant.“

Allzu viel Zeit gibt sich Debus auch für diesen Bereich nicht. Bis Mitte 2016 sollen sie bezugsfertig sein. Die Bauanträge liegen bei der Stadtverwaltung und sind, wie Dieter Tenhaeff erklärt, „entscheidungsreif“. Zwischenzeitliche Irritationen in Sachen Brandschutz sind gelöst. Zudem wird die Überdachung am Erdgeschoss verschwinden. Im Übrigen, so Tenhaeff, sei der Umbau inklusive der neuen Fassade vom Gestaltungsbeirat der Stadt abgesegnet. Bei den bereits vorhandenen Wohnungen handelt es sich um Eigentumswohnungen.

Wie viel Geld Günter Debus in den Komplex investiert? So genau mag er sich nicht dazu äußern; ein Kraftakt, meint er, werde es wohl schon. Bereits jetzt gibt es in der Straße zwölf Arztpraxen. Mit Debus’ Projekt wird sie endgültig zu einer Art Meile für medizinische Dienstleistungen. „Wir haben lange alles versucht, um dort wieder Einzelhandel anzusiedeln“, berichtet Wirtschaftsförderer Dieter Tenhaeff – vergeblich. Schließlich habe die Stadt auf medizinische Dienstleistungen gesetzt, zumal wegen der Umstrukturierung bei den Bunten Riesen langfristig mehr ältere Menschen in der City leben dürften. Tenhaeff: „Die Pläne von Herrn Debus passen genau in unser Konzept.“

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