Märchenhafte Aufführung in Kamp-Lintfort

Aufführung des Literaturkurses der Jahrgangstufe 12 der UNESCO Schule in der Stadthalle. „Vom Märchen in die Realität – ein verhängnisvoller Fluch"
Aufführung des Literaturkurses der Jahrgangstufe 12 der UNESCO Schule in der Stadthalle. „Vom Märchen in die Realität – ein verhängnisvoller Fluch"
Foto: Christoph Karl Banski

Kamp-Lintfort..  Wenn man sagt, dass es bei der Theateraufführung der UNESCO Schule märchenhaft war, dann ist das nicht nur symbolisch gemeint. Mit dem Titel „Vom Märchen in die Realität – ein verhängnisvoller Fluch“ stellte der Literaturkurs der Gesamtschule ein Stück auf die Beine, das eine andere Seite der uns bekannten Märchen zeigte.

So hieß es am Freitag Vorhang auf für die Schüler der Jahrgangsstufe zwölf. Die Türen der Stadthalle Kamp-Lintforts standen ab 19 Uhr für die Zuschauer offen. Und da es keine normale Aufführung war, konnten die Gäste schon vor Anfang des Stücks über dessen Ende entscheiden. Über eine Abstimmung wurde entschieden, welche Figur am Ende „sterben“ sollte.

Rotkäppchen als Barkeeperin

Die grobe Geschichte des Stücks wurde über einen Stimmzettel preisgegeben: Aschenputtel, Rapunzel und alle ihre bekannten Freunde aus der Märchenwelt sind von der eifersüchtigen bösen Königin verflucht worden. Und um den Fluch zu brechen, muss einer sterben. Schuld an dem ganzen Dilemma sind die beiden Kinder Hans und Margarete, die Märchen eigentlich über alles lieben.

Also treffen die beiden auf ihre Märchenhelden – in ihrer eigenen Welt. Und so kommt es dann schon ‘mal vor, dass sich Rotkäppchen entscheidet, ihr Landleben aufzugeben um Barkeeperin zu werden oder aus Schneewittchen Schneefritzchen wird. „Das Thema konnten die Schüler sich selbst ausdenken“, erzählt Jörg Grütjen, der Leiter des Literaturkurses. Seit August überlegten sich die Schüler ihre Geschichte, danach wurde einmal die Woche geprobt und an dem Stück geschrieben. Was dann am Ende dabei herauskam, war fast zweieinhalb Stunden Improvisationstheater.

Ohne Rumpelstilzchen

Fünf Märchen wurden nachgestellt: Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Rapunzel, Aschenputtel und Schneewittchen. „Wir hatten auch Rumpelstilzchen im Programm aber das mussten wir ‘rausnehmen weil wir eh schon so lange spielten“, erzählt Grütjen.

Immer wieder wurden die Rollen gewechselt, immer wieder war man erstaunt über die Kreativität und Spontaneität der Schüler. Durch Verfolgungsjagden wurde das Publikum in das Stück mit einbezogen; auf der Suche nach Aschenputtel fragte sich der Rockstar, der in diesem Stück die Stelle des Prinzen übernahm, durch die weiblichen Zuschauer.

Die zehn Schüler, die im kommenden Jahr ihr Abitur an der Schule machen wollen, standen souverän auf der Bühne und gaben fast ohne jegliche Requisiten und ohne auswendig gelernten Text ihr Bestes.