Männliche Pfleger für Kamp-Lintfort

Boys' Day im Caritas Seniorenzentrum St. Josef : Hachem Nasser lässt sich zum Altenpfleger ausbilden
Boys' Day im Caritas Seniorenzentrum St. Josef : Hachem Nasser lässt sich zum Altenpfleger ausbilden
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Das Caritas-Seniorenzentrum an der Walkenriedstraße in Kamp-Lintfort lädt junge Männer am Boys’ Day ein, den Beruf des Altenpflegers kennen zu lernen.

Kamp-Lintfort.. Für Matthias Labza, Leiter des Caritas-Seniorenzentrums an der Walkenriedstraße, war der erste Boys’ Day in seinem Haus in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn. Was ihn besonders freut: Einer der Jungen, die sich bei der Premiere im letzten Jahr über den Beruf des Altenpflegers schlau machten, fängt im Oktober eine Ausbildung im Kamp-Lintforter Seniorenzentrum an. Grund genug für Labza, den Boys’ Day am 23. April in seinem Hause erneut aufzulegen.

Männliche Pfleger sind Mangelware

Der Mangel an qualifizierten Pflegekräften ist schon lange in den ambulanten und stationären Einrichtungen der Region angekommen. Dabei sehen Fachleute vor allem eines: Die Altenpflege brauche nicht nur mehr Pflegefachkräfte, sie brauche insbesondere mehr junge Männer, so die Verantwortlichen.

Dazu kommt, dass es in Zukunft immer mehr pflegebedürftige Männer geben wird. Auch deshalb halten Fachleute einen größeren Anteil an männlichen Pflegern für dringend erforderlich. Bedürfnisgerechte Pflege bedeutet nämlich auch, dass Männer in bestimmten Fällen lieber von einem Mann gepflegt werden.

Blutdruckmessen und EDV

Genau deshalb organisiert das Seniorenzentrum St. Josef den Boys’Day. Neben Informationen über die Ausbildung und den Beruf des Altenpflegers haben die Teilnehmer in Workshops die Gelegenheit, den Beruf hautnah kennen zu lernen. Blutdruckmessen, Bestimmung des Body-Mass-Index und Bewohnern beim Essen helfen stehen ebenso auf dem Programm wie eine Einführung in die EDV.

Aktuell sind im Caritas-Seniorenzentrum 15 der rund 100 Angestellten Männer. Die Quote von 15 Prozent gelte in der Branche aber schon als relativ hoch, sagt Labza. Wie wichtig es ist, gerade bei jungen Menschen aktiv für die Berufe in der Altenpflege zu werben, weiß er auch aus seiner Erfahrung mit dem Boys’ Day: „Viele Teilnehmer waren schlicht und ergreifend überrascht – sie hatten sich ein Altenheim samt der Bewohner ganz anders vorgestellt.“

Wenn Männer erst einmal in den Beruf hereinschnuppern, würden sie schnell merken, dass der Pflegeberuf ganz andere Seiten hat. „Man muss schon ordentlich zupacken können“, so Labza. Auch finanziell habe sich einiges gebessert: „Man muss als Azubi nicht am Hungertuch nagen. Bei uns verdienen Azubis oft mehr als in kaufmännischen Ausbildungsberufen.“