Literweise Wissen fassen

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Kamp-Lintfort..  Die Kinder-Uni an der Hochschule Rhein-Waal hat im Idealfall immer ein bisschen Sendung-mit-der-Maus-Flair. Das war auch am Mittwochabend nicht anders, als Stadtwerke-Chef Andreas Kaudelka seinen Hut als Dozent in den Ring warf – mit einer kompakten, kindgerechten und vergnüglichen Lehrstunde zum Thema Wasser. Dass er dabei gemeinsam mit seinen Mitstreiterinnen Roswitha Maurer und Cathrien Schulte-Sudhoff vom Wasserverbund Niederrhein als lebendiges H2O-Molekül auftrat, war nur eine von vielen Ideen, die die gut besuchte Vorlesung im Audimax nicht nur für Kinder zu einem kurzweiligen Erlebnis machte.

Woher kommt eigentlich das Wasser, das in Kamp-Lintfort aus der Leitung fließt und wie viel davon braucht ein jeder wofür? Um den durchschnittlichen täglichen Wasserverbrauch eines Menschen in Kamp-Lintfort zu veranschaulichen, schleppten Kaudelka und seine Mitstreiterinnen 120 Liter Wasser in Einweg-Flaschen an – 42 Liter für die Körperpflege, 34 Liter für Toilettenspülung, 15 Liter fürs Wäsche waschen, zehn Liter für das, was Kleingewerbe verbrauchen, zwei mal sieben Liter um Geschirr zu spülen und für Putzen und Garten und schlussendlich magere fünf Liter für Essen und Trinken. Wie viel diese 120 Liter Wasser kosten? „20 Cent – etwa so viel wie ein Brötchen“, so Kaudelka.

Nie gab es bloßes Zahlenwerk allein, selbst schwer vorstellbare Zahlen wie die 2,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser, die Kamp-Lintfort im Jahr verbraucht, ließ Kaudelka sinnbildlich in Tankwagen anrollen. Wo das Kamp-Lintforter Wasser denn nun herkommt? „Aus dem Binsheimer Feld in Duisburg-Baerl“, erläuterte Kaudelka anhand einer Karte.

Von hier bis Amsterdam

Aufbereitet wird das Trinkwasser dann im Wasserwerk Moers-Gerdt – unter anderem mit elf Meter hohen Wasserfiltern, die „so schwer wie ein Jumbo-Jet sind“. Weiter geht’s mit Hilfe von Pumpstationen. 200 Kilometer lang – „von Kamp-Lintfort bis Amsterdam“ – ist das Rohrnetz, durch das das Wasser in der Hochschulstadt unter der Erde bis in die Haushalte führt.

„Was ist, wenn die Wasseruhr stehen bleibt“, wollte einer der neugierigen Nachwuchsstudenten wissen. „Oh, das wäre schlecht für uns“, schmunzelte Kaudelka, beantwortete am Ende aber auch diese Frage präzise und mit dem nötigen Ernst. J