Liebeskiller in der Moerser Aumühle

Ingrid Schmitz las aus ihrem Krimi „Liebeskiller.“
Ingrid Schmitz las aus ihrem Krimi „Liebeskiller.“
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Was wir bereits wissen
Die Krefelder Krimi-Autorin Ingrid Schmitz las aus ihrem Roman vor überwiegend weiblichem Publikum. Aber auch die wenigen Männer überlebten den Abend.

Moers..  Ein knisterndes rauchig schmeckendes Feuer, ein in düsteres Licht getauchter Raum, ein gutes Glas Wein und dazu eine Leiche im Herrenklo – die Aumühle bildete am Mittwochabend die perfekte Kulisse für eine Krimilesung. Ingrid Schmitz las auf Einladung von Angelika Küpperbusch aus ihrem Roman „Liebeskiller“ und legte – gewissermaßen als Schmankerl – drei Kurzgeschichten oben drauf.

Während draußen am Moersbach die Dämmerung hereinbrach und sich Dunkelheit zwischen den Bäumen ausbreitete, fielen in der alten Mühle Sätze wie „Leo, wo bleibt mein Geld?“ und „Sie sticht dich ab, wenn sie ihre Prada-Schuhe nicht bekommt!“ Die in Krefeld gleich hinterm Holderberg lebende Autorin Ingrid Schmitz, hauptberuflich mit der Produktion kniffeliger Mordfälle beschäftigt, ließ ihre trödelnde Künstler-Ermittlerin Mia Magaloff erst das Buffet beim Chinesen abräumen, bevor sie Leo von Stein, ihre plattnasige neue Liebe aus dem Internet, nur allzu kurzfristig kennenlernen durfte.

Kurzfristig deshalb, weil besagter Leo, seines Zeichens Love-Scammer, Inhaber einer Firma für Modeschmuck und über seinen willfährigen Buchhalter Auftraggeber in Sachen Mord, nach dem ersten Date beim Chinesen dortselbst im Herrenklo gefunden wird – ziemlich tot und beileibe nicht mehr so charmant wie zu Lebzeiten. An dieser Stelle brach Ingrid Schmitz die Lesung ab und ließ ihre größtenteils weibliche Zuhörerschaft mit der bangen Frage zurück: Hat Dunja ihre Prada-Treter nicht gekriegt? Oder der Auftragskiller irgendetwas grauenhaft missverstanden?

Sexszenen erst nach 22 Uhr

Die Autorin jedenfalls verstand es, das Publikum neugierig zu machen auf mehr: „Jetzt käme die Sexszene, aber es ist noch keine 22 Uhr.“ Schade eigentlich. Informativ war der Abend dennoch: Die Zuhörer lernten etwas über die gängigen Preise in der Mordbranche. „Ist ja preiswert!“, frohlockte lauthals die Gastgeberin Angelika Küpperbusch, worauf ihr Mann Peter für alle deutlich hörbar brummte: „Da muss ich ja aufpassen.“

Bleibt anzumerken, dass die wenigen Ehemänner, die sich an diesem Abend in die Aumühle gewagt hatten, ihn bei bester Gesundheit überlebten und sich an einer alkoholhaltigen Kurzgeschichte laben durften, welche im Jägerhof in Holderberg spielt. Und keine Angst: Auch sie endete tödlich.