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Lieber Chirurg als Sportjournalist

22.01.2015 | 07:00 Uhr
Lieber Chirurg als Sportjournalist
Foto: Ulla Michels

Moers. Seinen beruflichen Werdegang hatte sich Marc Alexander Renter eigentlich ganz anders vorgestellt. Nach seinem Abitur am Gymnasium Rheinkamp – sein Vater war dort Lehrer – träumte er von einer Karriere als Sportjournalist: „In den Stadien der Welt kommentieren.“ Der Vater war indes der Meinung, es sei sicher nicht falsch, vorher eine Ausbildung zu machen, beispielsweise zum Physiotherapeuten. Und das sollte Folgen haben.

Mag auch der Großvater, seines Zeichens Hausarzt im benachbarten Baerl, nicht unschuldig an der Entscheidung seines Enkels gewesen sein, so stand für Marc Alexander Renter nach einem Jahr Ausbildung fest, dass er Medizin studieren würde. Was er nach beendeter Ausbildung auch tat, „mit der felsenfesten Überzeugung, ich will Kinderarzt werden.“

Er habe nach dem Studium in einer Kinderklinik anfangen können, so Renter, doch dann kam es wieder anders als geplant: Er wurde von einem altgedienten Chirurgen zu einer Blinddarm-OP mitgenommen – und da war es um ihn geschehen. Die Faszination der Chirurgie hatte ihn gepackt, und „sie hat nie nachgelassen.“

Nun ist der 44-Jährige Chefarzt für Allgemein-, Viszeral und Thoraxchirurgie am St. Josef-Krankenhaus. In sein Fach fällt alles von der Blinddarm-OP bis hin zu Krebsoperationen an Magen und Darm, oder, anders ausgedrückt, an „allen Bauch-, Brust- und Halseingeweiden.“ Er steht derzeit so oft wie möglich selbst am OP-Tisch; das Team muss sich an seine Arbeitsweise gewöhnen. Seine Idealvorstellung ist es, dass sich alle im Operationssaal auch ohne Worte vollkommen verstehen – Profis eben.

Der Chefarzt plant Neueinstellungen

Dr. Renter hat eine genaue Vorstellung davon, wie sich seine Abteilung am St. Josef entwickeln soll. Ein Freund der Personalknappheit ist er nicht; der Chefarzt plant die Neueinstellung zweier weiterer Assistenzärzte sowie eines weiteren Oberarztes. Renter: „Am Personal wird meistens zuerst gespart – meiner Meinung nach am falschen Ende.“

Selbstverständlich, so erklärt er, müsse ein Krankenhaus kostendeckend arbeiten; andererseits will er „in Moers die Schilddrüsenchirurgie richtig nach vorne bringen.“ Rund 2300 Patienten hat seine Abteilung im Jahresdurchschnitt – für den neuen Chefarzt ist da noch viel Luft nach oben.

Ach ja, und den Wohnsitz wollen der ehemalige Repelener und seine Ehefrau über kurz oder lang von Düsseldorf nach Moers verlegen: „Wir schielen schon mit einem Auge nach Möglichkeiten.“

Harry Seelhoff

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2015-01-22 07:00
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