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Laufen gegen den Herzinfarkt

20.01.2016 | 07:00 Uhr
Laufen gegen den Herzinfarkt
Über "Herzensangelegenheiten" sprachen im Autohaus Nühlen Prof. Dr. Herbert Löllgen, NRZ-Redaktionsleiter Matthias Alfringhaus und Prof. Dr. Stefan Möhlenkamp (von links).Foto: Niklas Preuten

Moers.   Dritte „Herzensangelegenheit“ im Autohaus Nühlen: Zwei Sportmediziner sprachen über den Nutzen, aber auch über die Risiken des Ausdauersports

Dass sich der Besuch der „Herzensangelegenheit“ im Autohaus des Dr. Hans Nühlen lohnt, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Zur dritten Auflage der Präventionsreihe zur Vermeidung des Herzinfarkts waren denn am Montagabend 330 Zuhörer erschienen. Er stand unter dem Motto „Dem Infarkt davonlaufen“. Zwei Kardiologen, zugleich Sportmediziner, Prof. Dr. Herbert Löllgen und Prof. Dr. Stefan Möhlenkamp, brachen eine Lanze für mehr Bewegung. Herbert Löllgen: „Körperliche Aktivität ist wie ein Medikament.“

Intensives Spazierengehen reicht

Der entscheidende Schritt, so führte Professor Löllgen aus, sei der von der Untätigkeit zum moderaten Training – denn 59 Prozent der Bevölkerung haben laut Statistik mit körperlicher Bewegung nichts am Hut. Dabei, so Löllgen, trage die Lebensführung zu 50 Prozent zur Gesundheit bei. Aber was machten die Menschen, die sich für 2016 Gesundheit wünschten? Sie rauchen, trinken, bewegen sich nicht, tun nichts gegen ihr Übergewicht.

Und wer unter den Zuschauern nun dachte, er müsse sich künftig mit frühmorgendlichem Langstreckenlauf quälen, den beruhigte der Professor gleich wieder: „Reicht Spazierengehen? Ja. Wöchentlich drei mal 45 Minuten intensives Spazierengehen reicht aus.“ Und senkt das Risiko einer Herzkrankheit um 31 Prozent. Außerdem ersetze regelmäßige körperliche Bewegung ein Medikament gegen Bluthochdruck. Sogar Demenz lasse sich durch regelmäßiges Training verzögern, bestimmte Krebsrisiken bis zu 40 Prozent verringern. Seine mit einem Augenzwinkern gegebene Empfehlung lautet: „Joggen von Kneipe zu Kneipe.“

Nicht alle Läufer sind gesund

Prof. Dr. Stefan Möhlenkamp hat in einer Studie den Zusammenhang von Herzerkrankungen und Marathonlaufen erforscht. Seine Erkenntnis: „Marathonlaufen ist gesund – aber nicht alle Läufer sind gesund.“ Marathon als Volkssport sei indes nicht unproblematisch. Er bleibt allerdings bei seiner launigen Einschätzung: „Sport ist Mord und schützt vor Tod.“

Das Bekenntnis des Moderators der Podiumsdiskussion, NRZ-Redaktionsleiter Matthias Alfringhaus, er laufe öfter mal um den Uettelsheimer See, beurteilten beide Professoren hingegen als medizinisch eher unbedenklich. Zudem müsse man ja nicht unbedingt laufen – auf die körperliche Betätigung an sich komme es an. Wer sich in der Woche drei mal leicht verausgabt, der hat viel für seine Gesundheit getan und wird den Rettungsdienst der Feuerwehr kaum benötigen. Feuerwehrchef Christoph Rudolph verwies auf die rund 13 000 Rettungseinsätze in Moers und Neukirchen-Vluyn, die die Wehr in jedem Jahr fährt.

Dr. Hans Nühlen fasste das Ziel der „Herzensangelegenheit“ so zusammen: „Wir wollen Sie aktivieren, Leben retten zu lernen – möglicherweise ihr eigenes.“

Harry Seelhoff

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2016-01-20 07:00
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