Kunst in Aspik verpackt

Foto: Christoph Karl Banski

Neukirchen-Vluyn..  Musik in einer Fleischerei hört sich zunächst wohl sehr skurril an. Doch das, was Christiane Scherrer in der alten Metzgerei Mevissen im Dorf Neukirchen auf die Beine gestellt hat, war absolut einzigartig und sehenswert. Am vergangenen Samstag fand dort ein musikalischer und künstlerischer Abend statt, der von den Musikern Hayden Chisholm und Evi Filippou, sowie der Künstlerin Sarah Berndt gestaltet wurde.

„Requiem - Eine Garteninstallation mit Stille-Raum und Klang“ fand seit dem 15. Juni im Zuge des Projekts Residenzen am Niederrhein des Lokals Harmonie in Neukirchen statt und hatte jetzt seinen musikalischen Höhepunkt. Nachdem Tim Isfort am Freitag mit seinem Kontrabass die Räume der alten Fleischerei mit Musik füllte, waren es am Samstag Hayden Chisholm und Evi Filippou mit Saxophon, Percussion und anderen Klangkörpern. Die Künstlerin Christiane Scherrer war dabei für die Gestaltung des Raumes zuständig. Doch auf dem Hinterhof der alten Fleischerei stachen zunächst die riesigen Rettungsdecken ins Auge, die von ihr für das Projekt ausgehangen wurden. Der Charme des gemütlichen Hinterhofs in Verbindung mit dem Geruch und der Atmosphäre der Fleischerei hatte etwas Einzigartiges.

Im Verkaufsraum selbst stellte Sarah Berndt verschiedene Formen des Aspiks vor. Mit dem gleichen Seidenpapier, das Scherrer nutzte um den Schlachtraum für die Konzerte abzudunkeln, brachte Berndt das Aspik in Ausstellungsstücke. So war es für Brandt eine ganz neue Aufgabe sich mit diesem Material zu beschäftigen, doch hat es sie begeistert. „Auch die Anwohner waren ganz interessiert an dem Aspik, das ich in die Scheibe gehängt habe“, erzählt sie. So ist der gesamte Verkaufsraum mit den verschiedenen Formen geschmückt. Ob ein Fleischerhaken in Aspik oder doch die von der Sonne geschmolzenen Überreste, die auf der Fensterbank liegen - so hatte wohl noch keiner Aspik betrachtet.

Auch Scherrer befasste sich bei ihrer Installation mit dem Thema Raum. Der alte Schlachtraum wurde von ihr für das Konzert mit schwarzem Seidenpapier ausgehangen. Die langen Bahnen verdeckten zum einen die Fliesen, zum anderen erzeugten sie Geräusche, die Chisholm und Filippou in ihre Musik mit einbezogen. Die wenigen Zuhörer schlossen die Augen und genossen – und den Musikern schien es ebenso zu gehen.