Kunst auf altem Holz im Kloster Kamp

Christoph Pöggeler im Gewölbekeller des Klosters Kamp
Christoph Pöggeler im Gewölbekeller des Klosters Kamp
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Düsseldorfer Künstler Christoph Pöggeler zeigt seine Ausstellung „Auf Milchstraßen und Holzwegen“ im Gewölbekeller auf dem Abteiberg.

Kamp-Lintfort..  Selten hatte Recycling ein so faszinierendes Gesicht: Wenn Christoph Pöggeler Hand an alte Tischplatten, ausrangierte Transportkisten oder gebrauchte Betonschaltafeln legt, wird das Astloch zum Wasserwirbel, die Holzmaserung zu gleißendem Licht. „Für mich hat es etwas Sinnliches, auf Dingen zu malen, die eine Geschichte haben“, sagt der Düsseldorfer Künstler. „Auf Milchstraßen und Holzwegen“ hat er seine Ausstellung im Gewölbekeller Kloster Kamp betitelt, die heute eröffnet wird. Eine Ausstellung, bei der es nicht nur einen exzellenten Techniker zu bestaunen gibt, sondern die auch ungewöhnlich schöne Seh- und Denkmomente beschert.

Holz ist ein wertvolles Material

Altes, gebrauchtes Holz – was andere entsorgen, ist für Pöggeler ein Material mit hohem Wert. 1986 hat der 56-Jährige zum letzten Mal auf Leinwand gemalt. „Der Gedanke, etwas zu recyceln, macht mir Freude“, sagt Pöggeler, „nur so fühle ich mich zeitgemäß.“ Eine Landschaft mit Zypressen, die aus dem Holz herauszuwachsen scheinen, ein Hirte mit Schafherde, ein im Meer treibender Eisberg, ein Wanderer auf einem Waldweg, der auf eine Lichtung führt: „Das würde ich nie auf Leinwand malen, das wäre entsetzlicher Kitsch,“ sagt Pöggeler. Auf den recycelten Materialien entsteht stattdessen eine Dynamik, die die Motive bricht.

Bäume, Landschaften, Geschäftsleute

Pöggeler arbeitet oft intuitiv. Manchmal ergibt sich das Motiv aus dem Material, manchmal bestimmt das Motiv das Material. Neben Bäumen und Landschaften tauchen immer wieder Geschäftsleute als Motiv auf, ebenso bildet Pöggeler gerne Dinge aus Holz auf Holz ab. „Es sind immer Sachen, die mich beschäftigen“, sagt Pöggeler über seine Motive. Über seinen Naturbildern liegt dabei häufig ein Hauch von Melancholie, die Geschäftsmänner wirken wie in seinem Bild „Schwarzes Loch“ seltsam deplatziert in einer unbekannten Welt.

Vielen bekannt ist Pöggeler vor allem durch seine „Säulenheiligen“ – Skulpturen von Alltagsmenschen auf Littfasssäulen, die quer über das Düsseldorfer Stadtgebiet verteilt stehen. Auch die gibt es in Kamp-Lintfort zu sehen, allerdings nur als Miniaturobjekte. Das Skulpturen-Projekt ist noch nicht beendet, weitere „Säulenheilige“ seien derzeit unter anderem in Mannheim und auch in Düsseldorf in Planung, sagt Pöggeler.

In der aktuellen Ausstellung hat Pöggeler übrigens auch Holz aus Kamp-Lintfort recycelt – eine ortsansässige Firma stellte dem Künstler Betonschalbretter zur Verfügung.