Kulturagenten sorgten in Moers für Bewegung

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Was wir bereits wissen
Schulen als Horte der Kultur: Ein Modellprojekt befruchtete den Schulalltag. Nun wird geprüft, ob man es in Moers nicht fortführen kann.

Moers.. Kunst muss nicht zwangsläufig in Theater, Museum oder Konzerthalle stattfinden. Wie das Programm der Kulturagenten für eine kreative Schule zeigt. Im vierten Jahr läuft es jetzt an der Justus-von-Liebig-Schule in Hochstraß, an der Anne-Frank-Gesamtschule Rheinkamp und an der Erich-Kästner-Gesamtschule in Homberg. Schon jetzt steht fest: Das Modellprojekt hat den Alltag an den Schulen befruchtet. Nun zogen die Beteiligten Bilanz. Beatrix Wirbelauer vom Kulturbüro der Stadt bestätigt: „Das Programm hat tatsächlich Strukturprozesse in den Schulen angestoßen.“

Betreuung durchs Landesbüro

Die drei Schulen werden von einer Kulturagentin betreut. Kooperationspartner ist die „Bundesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung“ mit ihrem Landesbüro, das die 30 teilnehmenden Schulen in NRW betreut. Lena-Marie Freund freut sich über die vielen erfolgreichen Projekte, die an den Schulen liefen und noch laufen. Geld geben die Stiftung Mercator, die Kulturstiftung des Bundes und das NRW-Kultusministerium.

Die Zusammenarbeit mit den Kulturinstitutionen vor Ort hat einen großen Stellenwert. So studierte beispielsweise Künstlerin Arnika Riede vom Tanzhaus NRW mit den Schülern der Anne-Frank-Gesamtschule und Schülern der Justus-von-Liebig-Schule tänzerische Szenen beispielsweise zum aktuellen Thema Fremdenfeindlichkeit ein. Davon gab es jetzt sehenswerte Kostproben in der Aula. Eine Kooperation besteht auch unter anderem mit dem Schlosstheater.

Obwohl, nicht immer war die Welt zwischen Kunst und Pädagogik in den vergangenen dreieinhalb Jahren heil. Wie Kulturagentin Brigitta Heller zu berichten weiß: „Schule und Kultur als zwei ganz unterschiedliche Systeme zusammenzubringen, das braucht schon Coaching und Moderation.“ Zwischen Lehrern und Künstlern habe es manches Mal auch Reibung gegeben. „Da muss man dann die Fahne der Kunst hochhalten, Kunst ist frei und darf nicht pädagogisiert werden.“ Dies sei auch eine Aufgabe der Agenten.

Tanzworkshop im Angebot

Die Palette der Projekte an den drei Schulen reichte unter anderem vom Tanzworkshop über Fotografie, Zeichnen, Malen, Wandgestaltung und Bildhauerei bis hin zu Modellbau, Percussion (Schlagzeug), Textilgestaltung, Geschichte und Deutsch. Musikprojekte kamen dabei nicht zu kurz. Die Erich-Kästner-Schule bietet inzwischen sogar zwei neue Fächer an: Darstellen und Gestalten sowie Kultur erleben.

Die zahlreichen Beteiligten sind allesamt der Meinung, dass ein so erfolgreiches Projekt unbedingt weitergeführt werden muss. Daher denkt man auch bei der Stadt mit dem Kulturdezernenten Hans-Gerd Rötters und bei den Schulen über eine Fortsetzung der „kreativen Schule“ nach. Bisher Erreichtes soll im Schulalltag weiter Bestand haben und vertieft werden.

Im Mittelpunkt aller Einzelprojekte stehen natürlich die Schüler. Und die greifen die ungewöhnlichen und kreativen Angebote mit den Künstlern nur allzu gerne auf. Wie zwei Schülerinnen der Homberger Schule. Sie waren beispielsweise im Museum, zum Zeichnen und zum Schreiben. „Wir finden das toll, weil man in der Kunst ja keine Fehler machen kann“, und: „weil die Zeit dabei viel schneller vergeht als im Unterricht.“