KreuzArt für die Kirche St. Martinus in Moers-Repelen

Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Die Kirche hat einen neuen Kreuzweg. Am vergangenen Samstag wurde er mit viel Programm eingeweiht. Weihbischof Wildfried Theising war da, Jörg Zimmer rezitierte und Hayden Chisholm musizierte.

Moers..  Seit Aschermittwoch verzichten viele Christen für 40 Tage auf essenzielle Dinge, um sich auf das Osterfest vorzubereiten und sich an die Taten Jesu Christi zu erinnern. Die katholische Gemeinde St. Martinus in Repelen stellte zum Beginn der diesjährigen Fastenzeit ihren neuen Kreuzweg vor, der die vierzehn Stationen Jesus‘ bis zur Kreuzigung einzeln darstellt.

14 weiße Holzkisten, 60 mal 60 Zentimeter groß, und alle, bis auf eine, ein Kreuz enthaltend, schmücken seit dem vergangenen Mittwoch den Kirchenraum. Der Kreuzweg ist Teil jeder katholischen Kirche, es gibt ihn in verschiedenen Ausführungen. Die St. Martinuskirche in Repelen besitzt nun einen ganz Besonderen. Jede Kiste hat ihr eigenes Thema, das sich mit dem Kreuzweg beschäftigt. Die Hintergründe und die verwendeten Materialien beziehen sich auf die jeweiligen Stationen.

So hat die vierte Station beispielsweise das Thema „getröstet“. Das große weiße Kreuz besteht aus Wachs und soll „Trost spenden, wie eine Kerze“, sagt Andrea Dieren, eine der Mitwirkenden an KreuzArt. Die Repelenerin war diejenige, die die Idee hatte, einen neuen Kreuzweg für die Kirche zu entwerfen.

Zusammen mit Claudia Fritsch und Gudrun Schulte Herbrüggen arbeitete sie ein Jahr an dem Projekt. Ein offenes Atelier wurde unterhalb der Orgelbühne eingerichtet, um die Gemeinde zum Mitgestalten zu animieren.

Hinter jeder Kiste steckt also viel. Ob Aluminiumdraht, Steine, Beton, Sand oder Glas, jede Station ist etwas Eigenes, und laut Pfarrer Heinrich Büsing „auf den ersten Blick nicht immer sofort zugänglich.“

Doch Dieren, Fritsch und Schulte Herbrüggen haben sich zu jedem Thema Gedanken gemacht und so verbindet alle 14 Stationen unter anderem je ein Spiegelelement, die zusammengesetzt die Form eines Kreuzes ergeben. „Wenn man so was macht, muss man einen Gedanken dahinter haben“, ist sich Dieren sicher.

In der kurzen Eröffnungspredigt am vergangenen Samstag ging Weihbischof Wilfried Theising auf die Fastenzeit ein. Die 14 neuen Holzkisten, die seit kurzem den Kirchenraum schmücken, finde er besonders schön. Besonders, da sich der Betrachter durch die kleinen Spiegel in der Darstellung und somit im Leid Christi wiederfinden könne. Jörg Zimmer, studierter Germanist und Dramaturg, rezitierte kurze Textausschnitte, die sich ebenfalls mit Menschen am Kreuzweg befassten. Dazu spielte Jazzmusiker Hayden Chisholm musikalische Improvisationen auf seinem Saxophon und dem indischen Instrument Srutibox.

KreuzArt ist der neue Kreuzweg der Kirche St. Martinus und soll laut Dieren, Fritsch und Schulte Herbrüggen dem Betrachter Raum für Gedanken und Fantasie geben und vielleicht sogar Jesus näher bringen.