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Kunst

Kreaturen mit Sprengkraft in Kamp-Lintfort

22.01.2016 | 09:00 Uhr
Kreaturen mit Sprengkraft in Kamp-Lintfort
Jürgen Buhre und seine „Herzogin“.Foto: Niklas Preuten

Kamp-Lintfort. Der „Kopfmensch“ trägt schwer auf seinen strichdünnen Beinen, die „Rote Herzogin“ mit den langen Spindelarmen zeigt mit ausladendem Körper selbstbewusst Haltung: Für den Gelsenkirchener Künstler Jürgen Buhre sind diese Figuren seine Kreaturen, „Buhre-Kreaturen“, so nennt er sie selbst. Reduziert und enorm ausdrucksstark, abstrakt und eben doch figürlich zeigt Buhre ab Samstag in Zusammenarbeit mit der Galerie Schürmann unter dem Titel „Kopf, Kreatur, Ich“ im Gewölbekeller Kloster Kamp Malereien und Skulpturen aus den letzten zehn Jahren seines Schaffens.

Angst vor Blau

Am Donnerstag, 21. Januar 2016, stellte der Gelsenkirchener Künstler Jürgen Buhre seine Werke für die Ausstellung im Gewölbekeller des Kloster Kamp in Kamp-Lintfort vor. Das Foto zeigt das Werk "Roter Baron". Foto: Niklas Preuten/FUNKE Foto Services Foto: Niklas Preuten

„Es sind Szenen des Ichs, des Erfühlten und Erlebten, die ich so festhalte“, sagt der Künstler über seine Arbeit, „ich bin immer auf der Suche.“ Am Anfang seiner Arbeit steht bei dem gelernten Maler und Grafiker immer die Linie. In die mit Zellulose und Farbe beschichtete Leinwand eingekratzt oder als stählerne Skulptur in Form gedreht und gebogen. Entsprechend einfach von der Formgebung erinnern viele seiner Figuren von der Komposition an die sogenannten „Kopffüßler“, die Kinder in ihren ersten Lebensjahren auf’s Papier bringen, wenn sie Menschen malen. Kräftige Farbwahl, krustiger Farbauftrag, Struktur und Bildaufbau lassen die archaisch anmutenden Figuren aber dann förmlich explodieren und sorgen für das nötige Bauchgefühl. „Ich liebe Farben“, sagt der Menschenmaler Buhre, „ich habe nur Angst vor Blau, vielleicht weil es eine kalte Farbe ist.“ Schwarz und Weiß, Rot, Orange und Grün verwendet er immer wieder – großflächig, intensiv und kräftig mit selbstgemischten Acrylfarben, „weil die sich so gut wie gar nicht mehr verändern“, so Buhre.

Am Donnerstag, 21. Januar 2016, stellte der Gelsenkirchener Künstler Jürgen Buhre seine Werke für die Ausstellung im Gewölbekeller des Kloster Kamp in Kamp-Lintfort vor. Das Foto zeigt das Werk "Der Wanderer". Foto: Niklas Preuten/FUNKE Foto Services Foto: Niklas Preuten

Eines der Hauptthemen der Ausstellung: Kluge Köpfe. Buhre hat sich das Schachspiel als Inspirationsquelle gewählt und ausgewählte Figuren auf seine Art in Szene gesetzt. Genauso zieht sich Tanz und Musik als künstlerisches Thema durch die Ausstellung. Ausgangspunkt für diese Arbeiten war Buhres Stipendium an der Cité des Arts in Paris vor drei Jahren und Besuche der alten Oper in der Seine-Metropole. Entstanden sind dabei unter anderem Bild-Objekte, bei denen Buhre auf seine alte Malerlappen als Ausgangsmaterial zurückgegriffen hat. Was schon einzeln durch das Verkleben mit Farbe und Faltenwurf mit Fantasie wie ein seltsames Wesen wirken kann, komponierte Buhre im Bild zu neuen Kreaturen.

Dass es den Gelsenkirchener von seinem Atelier in der Künstlerzeche „Unser Fritz 2/3“ in Herne jetzt nach Kamp-Lintfort gezogen hat, ist einer Begegnung mit Galerist Andreas Verfürth zu verdanken – und den Ausstellungsräumlichkeiten im Gewölbekeller unter dem Kloster. „Der Raum zieht“, weiß Verfürth, der mindestens einmal im Jahr die Zusammenarbeit mit dem Geistlichen und Kulturellen Zentrum Kloster Kamp sucht: „Er ist für viele Künstler eine Herausforderung.“

Gabi Gies

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2016-01-22 09:00
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