Kohleabbau lässt Erde beben
29.12.2008 | 21:27 Uhr 2008-12-29T21:27:00+0100Das Service-Center der RAG erreichten bis gestern sechs Schadensmeldungen.
KAMP-LINTFORT/MOERS. Messungen brachten den eindeutigen Nachweis dafür, dass die aktuellen Erderschütterungen vom Flöz Girondelle ausgehen. Der Kohleabbau in einer Tiefe von rund einem Kilometer unterhalb der Pattberghalde sowie im Randbereich von Repelen lässt darüber liegende Sandsteinschichten reißen. Heinz-Dieter Pollmann, Markscheider des Bergwerks West, vergleicht die Situation mit einem Brett, das sich biegt und irgendwann nachgibt.
Deutlich und weithin spürbar seien vor allem die Auswirkungen am ersten Weihnachtstag gewesen. Da erreichte das Beben, so Pollmann, eine Schwinggeschwindigkeit von sechs Millimetern pro Sekunde. Eine Stärke von 2,5 auf der Richterskala ermittelte (wie berichtet) der Erdbebendienst. Etwas schwächer (2,2) war der Erdstoß am frühen Morgen des 23. Dezember. Pollmann lässt keinen Zweifel daran, dass auch weiterhin Erschütterungen aus dem Abbaubetrieb möglich sind. „Aber es gehen keine Gefahren davon aus.”
Während bei der Grubenwarte in Kamp-Lintfort keine Anrufe registriert wurden, lagen gestern Vormittag beim „Service-Center Bergschäden” der RAG sechs Meldungen zum Beben am 25. Dezember vor. „Ein gebrochenes Fenster das war das Heftigste, was uns gemeldet wurde”, erklärte Heinz-Jürgen Etterich. Zugleich machte der Mitarbeiter der Servicestelle deutlich, dass manche nach solchen Ereignissen einfach nur Redebedarf haben. „Vielleicht ist eine Vase umgefallen oder sie haben Gäste, die einen Erdstoß noch nicht erlebt haben.” Einige stellten aber auch aufgrund falscher Annahmen die Forderung, mit den Sprengungen endlich aufzuhören.
Sollten durch die Beben tatsächlich Schäden entstehen, können diese beim Service-Center gemeldet werden, das die Ruhrkohle AG eingerichtet hat. Dieses Center ist unter der kostenfreien Rufnummer 0800/2727271 erreichbar. (erp.)
20:37
Lieber ich hasse Beben. Da sieht man mal, das sie keine Ahnung haben. Früher wurden die Stollen verfüllt??? Es wurden nie Stollen verfüllt, sondern nur das abgebaute Kohleflöz. Damit wurde aber schon in den 50er jahren aufgehört und erst wieder in den 80er Jahren damit begonnen. Und zwar im bereich des heutigen Bereiches Gestfeld. Die dort enstehenden Schäden ziehen sich, da durch die Verfüllung das Gebirge nur langsam zusammen geht schon über fast 20 Jahre hin. Hätte man dort nicht verfüllt, dann wären die Schäden nach gut 10 Jahren erledigt gewesen, aber durch die Verfüllung kommt es noch heute dort zu Schäden, die aber bis heute alle behoben wurden, wenn sie gerechtfertigt waren. Aber es gibt natürlich auch Hauseigentümer, wie einige im Bereich Niersenberg, denen hatte man bevor sie gebaut haben Gelder für eine vernünftige Bodenplatte gegeben, diese wurde aber nicht erstellt, sondern das Geld für andere Sachen genommen. Diese sind natürlich heute laut am Schreien, das schäden auftreten. Hätten sie die gelder ordnungsgemäß verwendet, hätten sie heute keine Probleme. Weiterhin die Äußerung das die DSK, nicht die RAG nichts mit den Beben zu schaffen hat ist blödsinnig. Ein einfacher Anruf beim Bergamt in Moers hätte Ihnen die Erkenntnis gebracht, wo die DSK abbaut und wo nicht. Dort hätten sie auch erfahren, wie weit Schäden zu erwarten sind. Daher bitte bei den nächsten Kommentaren bitte vorher sich schlau machen und nicht wie andere in das gleiche Horn blasen.
Wissen ist Macht, aber nichts Wissen macht auch nichts lieber Ich hasse Beben
15:46
Ist doch lächerlicht! Hoffe nur das hier nicht irgendwann alles zusammen kracht.
Aber dann hat der feine Bergbau natürlich, nichts damit zu tun.
Früher wurden die Stollen noch verfüllt, aber das ist den feinen Kohlen Herren ja wohl zu tuer geworden.
Wenns mal richtig scheppert, ist das geheule groß und keiner will es dann gewesen sein.
Dann liegt das Epi Zentrum in einem Gebiet, was mit der RAG natürlich garnichts zu tun hat.
11:18
@ErStaunlich
@ Ein Moerser
Es ist doch schön, dass es die Kohlefraktion noch gibt. Ja, der Bergbau hat in den letzten einhundert Jahren für viele Arbeitsplätze gesorgt. Da hat uns alle mächtig gefreut. Doch noch mehr freut es uns alle, dass auch für die nächsten eintausend Jahre Arbeitsplätze zur Behebung der Ewigkeitsschäden gesichert sind. Es ist daher gut, dass der Boden sich senkt.
Bergleute macht weiter so, Ihr seid das beste Konjunkturprogramm der Region. Die Millionen an Zuschüssen, die euch den Vorruhestand versüßten, waren eine ECHTE Zukunftsinvestition. Eure Enkel werden es euch danken, dass Sie es sein dürfen, die Moers, Kamp-Lintfort, ... nicht absaufen lassen.
Kohlefraktion, häng dir Verdienstschärpe mit den gekreuzten Pumpen und .
09:44
@ ErStaunlich
Kann mich dem nur anschließen. Traurig wie schnell die Menschen vergessen haben, wer diese Region hier erst geschaffen hat!
Moers hätte heute vielleicht gerademal 25000 Einwohner und Lintfort urde nicht mal auf der Karte auftauchen, da es erst mit der Zeche gegründet wurde!
Wenn interessieern schon diese paar Beben. Bis jetzt ist jeder Schaden immer entschädigt worden. Die lauten Buh Rufe können doch nur aus der Bauernstadt Rheinberg kommen!
09:26
Alles dumme Kommentare. Was dahinter steht sieht kein Mensch. Arbeitsplätze für tausende von Anwohnern in der Region. Früher als es fast nur Bergwerke gab, haben alle geschaut, das sie dort einen Arbeitsplatz bekommen. Heute wo die Auswahl größer geworden ist, verflucht jeder sie. Auch damals gab es Erschütterungen. Wenn dabei Schäden auftreten, werden sie behoben. Ich bin selber betroffen und muss sagen, das es ohne große Probleme dabei herging. Natürlich kommen sie nicht für jeden Haarriss und bringen einen großen Arbeitstrupp mit. Habe mit den herren der Schadenstselle die Schäden aufgenommen und haben dann gut 2 Jahre gewartet, bis es keine neuen mehr gab. Dannach wurden alle Schäden behoben und ich muss sagen Klasse. Wo wären wir denn, wenn es diesen Arbeitgeber in der region nicht gegeben hätte? Dann wären Städte wie Moers etwas größere Ansiedlungen und repeln wäre noch ein Bauerndorf. Kamp-Lintfort wäre noch eine Klosterstadt umgeben von Höfen. Der Bergbau hat dort jahrelang die Treue gehalten und nicht so wie andere Firmen. Siehe Siemens bzw. BenQ. Die haben nur den Rahm abgeschöpft und dann sich wieder verzogen und die Stadt alleine gelassen. Sollen sie doch sehen wie sie klar kommen. So Arbeitgeber brauchen wir nicht. Wir brauchen Arbeitgeber, die auch beschäftigen, wenn es was kostet.
19:31
Ich habe es auch gespürt, es war ziemlich heftig. Aber scheinbar ist es an der Tagesordnung in Kamp-Lintfort und Umgebung.
19:25
Man sollte alle Bergwerke besser heute als morgen schliessen und die RAG verpflichten, alle Stollen zu verfüllen. Aber die Herren denken ja lieber an Ihr Geld. Frechheit gegenüber der Bevölkerung.