Kö-Center: Weiter mit MAB
29.06.2010 | 22:01 Uhr 2010-06-29T22:01:00+0200
Moers.Die Stadt steuert nun doch auf einen Vertrag mit der MAB zu mit dem Ziel, ein Einkaufszentrum am Kö zu bauen. Die Verhandlungen mit dem Investor sollen fortgesetzt werden, beschloss der Rat am Dienstag. Der Vertrag soll am 6. Oktober zustande kommen. Die Stadt ist dafür zu beträchtlichen Zugeständnissen bereit. CDU und Linke, die gemeinsam gegen weitere Verhandlungen stimmten, sehen die Risiken einseitig bei der Stadt
Dreh- und Angelpunkt ist das Eckgebäude am Kö, das zu 80 Prozent der Stadt gehört. Mit der MAB hat man sich auf einen Kaufpreis von 4,32 Millionen Euro geeinigt. Davon gehen 960 000 Euro an den Miteigentümer. Einen „dicken“ Abzug nimmt die Stadt für die Entmietung des Gebäudes hin, für die sie bis zu 1,5 Millionen Euro bereitstellen muss. Im schlimmsten Fall bleiben also 1,86 Millionen Euro übrig für eine Immobilie, für mal 4,8 Millionen Euro gefordert waren.
Ab Oktober hat MAB 18 Monate Zeit, sich die anderen Grundstücke wie die alte Post zu sichern. Diese Frist kann bis Ende 2015 verlängert werden – allerdings ohne dass der Investor dann zum Bauen verpflichtet wäre. Im Klartext: Moers bindet sich bis zum 31. Dezember 2015 an MAB, ohne die Garantie zu haben, dass anschließend am Kö das ersehnte Einkaufszentrum steht.
„Grafschafter“-Einbindung nicht schriftlich fixiert
Für den früheren Investor OMD war es noch ein KO-Kriterium, dass er in seinen Planungen nicht die Einbindung der Grafschafter Passage berücksichtigte. Genau davon ist jetzt aber im Vertragsentwurf mit der MAB keine Rede mehr. Der Grund: Beide Seiten fürchten, dass die schriftliche Fixierung die Preisforderungen der Eigentümer der Grafschafter Passage in astronomische Höhen treiben und die neue Shopping-Mall unbezahlbar machen könnte. Die MAB bekomme nun mehr Verhandlungsspielraum. „Am Ende“, so ein Ratsmitglied, „machen wir eine Entwicklung ohne die Grafschafter Passage nicht mit. Zwei Einkaufszentren nebeneinander werden wir bestimmt nicht genehmigen.“
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