Knackpunkt: Übergang an der B 510

Kamp-Lintfort..  Während Landschaftsarchitekt Johannes Reinders die Zechenmauer als „natürlichen“ Zaun während der Landesgartenschau stehen lassen will, forderten gleich mehrere Zuhörer der Arena „Die Mauer muss weg!“.

Ein zweiter Knackpunkt – darum wand Reinders keine Blümchen – wird der Übergang an der B 510 sein, der viel und schnell befahrenen Bundesstraße zwischen Kamp und Geisbruch. Eine Unterführung verwarf er aber eindeutig mit Blick auf die Unterführung, die es ehemals am Moerser Kö gab: schmutzig und unwirtlich.

Während Reinders am Terrassengarten wenig Handlungsbedarf sieht, ist am unteren Kamper Berg viel zu tun. Unter anderem sollen die „Paradiesgärten“, die jetzt eine Brache sind, wieder aufleben und der Weinberg neu in Szene gesetzt werden. Am Wandelweg wünscht sich Reinders ein Gastroangebot und am Campus „Zukunfts- und Wissenschaftsgärten“. Eine Blumenschauhalle sieht er in der mechanischen Werkstatt der Zeche. Jenseits der Zechenbahn einen Stadtpark.

Dass die Kamp-Lintforter sich für die Landesgartenschau begeistern können, wurde vor allem im Anschluss deutlich, als sie ihre Ideen und Beiträge an die Stellwände heften konnten. Da haben sich viele schon tolle Gedanken gemacht. Schlagen vor, die Gartenschau mit „offenen Gartenpforten“ zu kombinieren. Wünschen sich Minigolf im Stephanswäldchen oder eine „Bimmelbahn mit Lore als Anhänger“. Büchereileiterin Katharina Gebauer möchte Lesungen zum Thema Garten und Gärtnern anbieten. Andere stellen sich Lesewiesen rund ums Stephanswäldchen vor. Auch die Jugend soll eingebunden werden: „Skulpturen aus Bergwerksschrott“ sollen das Gelände verschönern, geschaffen von Kamp-Lintforter Schülern. Auch die Listen mit potentiellen Förderkreis-Mitgliedern füllten sich am Donnerstag sichtlich.

Dass sich die Teilnahme und der Einsatz für eine Landesgartenschau lohnt, machten zwei Vertreter aus Hemer deutlich, die 2010 ein solches Projekt auf ehemaligem Kasernengelände mitgestemmt hatten: „Das bringt nur Vorteile“, sagten Dr. Heinz-Jürgen Osing und Johann K.A. Müller. Es sei ein „Wahnsinnserfolg“ gewesen, 60 Millionen Euro seien in das Projekt geflossen und ehrenamtliche Arbeit bei der Gartenpflege im Gegenwert von vier Millionen Euro. Die Hemeraner hätten nach der Schau ein anderes Selbstverständnis bekommen, seien stolz auf das Geleistete. „Der Stadtentwicklung kann nichts besseres passieren“, stellte Bürgermeister Landscheidt fest, der es auch durch die Blume sagte: Auf jedem Stuhl grüßte eine bunte Primel die Gäste.