Klares Votum für Plakate

Kamp-Lintfort..  Was passiert mit den Altlasten auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerk West, wann und vor allem wie werden sie beseitigt: das stand am Donnerstag in der Sitzung des Umweltausschusses im Mittelpunkt der Diskussion. Ulrich Ostrawsky von der RAG Montan Immobilien erläuterte den Stand der Dinge. Im so genannten „Abschlussbetriebsplanverfahren Bergwerk West“ geht es derzeit darum, das Untersuchungskonzept zur Gefährdungsabschätzung zu erstellen, welches anschließend verschiedenen zuständigen Behörden sowie der Stadt Kamp-Lintfort zur Prüfung vorgelegt wird. „Hier sitzen alle mit im Boot, das ist ein relativ transparentes Verfahren“, sagte Ostrawsky über die vorgeschriebene Vorgehensweise.

Proben an 139 Stellen

Konkret bedeutet dies derzeit, dass an 139 Stellen Bodenproben genommen werden, um die Flächen „intensiv zu untersuchen“, so Ostrawsky. Angesprochen auf einen Zeitrahmen für die Gesamtmaßnahmen hieß es, die RAG wolle bis 2018 fertig werden, im nächsten Jahr solle mit den Bodenmaßnahmen begonnen werden. Wie diese genau aussehen werden, darüber gab es gestern noch keine Information. Der Ausschussvorsitzende Uwe Schubert (SPD) mahnte an: „Sollte es dazu kommen, dass wir ein Sicherungsbauwerk brauchen, möchten wir wissen, wie das aussieht und wo es hinkommt.“

Für Wirbel sorgte dann die FW/FDP-Fraktion mit ihrem Antrag, die Plakate der Bürgerinitiative „Endlager Mensch“ aus dem Stadtbild zu entfernen. Die derzeit 17 Plakate, begründete Thomas Reif von den Freien Wählern, würden die Bürger verunsichern. Zudem gebe es nach den Ergebnissen der Münsteraner Krebs-Studie kaum noch Argumente, die solche Aktionen zuließen. Außerdem könnte die Laga-Bewertungskommission bei ihrem Besuch ein „merkwürdiges Bild“ bekommen. Schubert und weitere Fraktionskollegen zeigten sich von dem Antrag „befremdet“, Lutz Malonek, Initiativ-Gründer und sachkundiger Bürger im Ausschuss, empört. Die CDU gab zwar zu bedenken, dass die Plakate „nach außen keinen guten Eindruck machten“, stimmte aber ebenso wie SPD, Grüne und Linke letztlich gegen den Antrag.