Klanggemälde im Rittersaal

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Moers..  Dass er auch Dudelsack spielen kann, bewies Hayden Chisholm jetzt in der Moerser Fußgängerzone, zünftig im Kilt gekleidet. Eigentlich kein Wunder, stammen seine Eltern doch aus Schottland. Der 1975 in Neuseeland geborene Jazzmusiker ist seit Anfang des Jahres „Improviser in Residence“ und spätestens seit seinen Auftritten beim Pfingst-Festival auch in Moers einem größeren Publikum bekannt.

Jetzt packte er im Rittersaal des Schlosses wieder das Altsaxophon aus. Im Rahmen des in diesem Jahr ziemlich abgespeckten „avant-moers festival“ hatte er den Bassisten Robert Lucaciu, den Schlagzeuger Philipp Scholz und den Pianisten Jürgen Friedrich zu einer intimen Jazz-Session eingeladen. Als Quartett „Nautilus“ sind die vier derzeit auf einer Kurztournee, die sie jetzt auch nach Moers führte.

Sie brachten ausschließlich Eigenkompositionen zu Gehör. Stücke mit Titeln wie Armageddon, Love Rush, Poly Girl oder Star Shepherd, die den Musikern viel Raum zum Improvisieren ließen: „Wir machen eine freie, lyrische, nur in den Grundzügen komponierte Musik, bei der Improvisation eine zentrale Rolle spielt“, erklärt Chisholm. Eine Musik, die dank der guten Akustik weder Verstärker, noch Lautsprecher brauchte. Wobei zwar die langsamen und leisen Töne dominierten, aber auch melodische und dynamische Passagen nicht fehlten.

Bemerkenswert die Spannungsbögen, die Bass, Piano und Drums, unterstützt von einem samtweichen bis klarinettenhellen Saxophon schafften. So entstanden Klanggemälde, die wunderbar zu den von der Abendsonne beschienenen alten Wandteppichen im Rittersaal passten. Kurz: Ein Jazzabend, wie es ihn in Moers nur selten gibt und für den sich die leider nur wenigen Zuhörer mit reichlich Beifall bedankten. Das nächste Mal kann man Hayden Chisholm bereits am Sonntag, 21. Juni, bei einem Jazz-Nachmittag im Moerser Schlosspark hören.