Kita-Personal zeigte sich kämpferisch

Kamp-Lintfort..  Diese Streikkundgebung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt: Die Komba, Gewerkschaft für kommunale Beamte und Angestellte, hatte gestern die Erzieherinnen eingeladen, Flagge zu zeigen für bessere Bezahlung und Anerkennung im Job. Die Komba ist in Kamp-Lintfort gut organisiert – zwei der fünf städtischen Kitas sind in Komba-Hand, die Mitarbeiterinnen zweier weiterer gehören der Gewerkschaft Verdi an. Beide streiken und streiten für dasselbe Ziele; während Verdi allerdings wie am Montag auf dem Moerser Altmarkt die Öffentlichkeit sucht, blüht das Komba-Pflänzchen eher im Verborgenen.

Denn nicht nur, dass die Kundgebung am Komba-Gewerkschaftsbüro am Terhardtshof an der Vinnstraße und somit fern ab jeder Außenwirkung stattfand – die Bühne für Landesstreikleiter Michael Kaulen war hinten im Hof aufgebaut. Immerhin waren Bürgermeister Christoph Landscheidt und der Erste Beigeordnete Christoph Müllmann herbeigeeilt, um die Worte des Landesstreikleiters zu hören.

Die Erzieherinnen der Kita „Bunte Welt“ waren fast vollzählig erschienen. Unter ihnen befand sich Jeanette Klein: „Es geht um die Wertigkeit des Berufes. Die Kinder werden immer jünger, die Betreuung intensiver.“ Hinzu komme die Inklusion und die Tatsache, dass oftmals die notwendige Vorbereitungszeit fehle. „Es geht schließlich um Kinder und nicht um Akten. Man möchte alles für sie geben, aber wenn das Personal dafür nicht da ist...“

Bevor die Erzieherinnen sich auf den Weg in den Hof machten, gab es eine Anweisung der örtlichen Streikleitung: „Wenn ihr gleich runtergeht, denkt an die Fahnen – und siegessicher gucken!“ Als wenn es dieser Aufforderung bedurft hätte. Aber leise war zu hören: „Öffentlichkeitswirksamer wär’s vorm Rathaus.“