Kirmes-Entscheidung am Altmarkt
04.02.2010 | 19:17 Uhr 2010-02-04T19:17:00+0100Moers. Die Kirmes – für Besucher ein Quell des Vergnügens und das größte Volksfest im Jahr. Doch für die Schausteller ist die Kirmes eine sprudelnde Einnahmequelle, aus der auch die Moerser Gastronomen ihren Teil schöpfen möchten.
Der Altmarkt ist ein 1A-Kirmesstandort und bietet exzellente Umsatzchancen, weshalb ihn sowohl die Schausteller als auch die Gastronomen für sich beanspruchen. Nun ist im Hauptausschuss die Entscheidung gefallen – und die Gastronomen haben gewonnen.
Der Hauptausschuss entschied sich dafür, dem Vorschlag der Stadtverwaltung zu folgen und den Altmarkt nicht der so genannten Kirmesfläche zuzuschlagen. Will heißen, dass die Gaststätten Dubrovnik, Extrablatt und Scoozi für das Bühnenprogramm am Altmarkt verantwortlich sind und dort auch ausschenken werden.
Ampel zog Antrag zugunsten der Schausteller zurück
Die Ampel-Fraktionen, also SPD, FDP und Grüne, hatten zwar in der Ausschusssitzung am Mittwoch einen anders lautenden Antrag zugunsten der Schausteller eingebracht, diesen aber zurückgezogen.
Insoweit war es offensichtlich falsch, als das Ordnungsamt 2009 erklärte: „Es ist politischer Wunsch, dass der Altmarkt wieder Kirmesfläche wird und den Schaustellern zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt wird.” Nachdem die Gastronomen Boris Cerovic (Dubrovnik), Stipe Mazdar (Extrablatt) und Hassan Issa (Scoozi) erklärten, dass sie an allen fünf Kirmestagen ein Live-Programm auf dem Altmarkt sicher stellen, schwenkten die Ampel-Fraktionen um.
Die Altmarkt-Wirte zeigten sich gestern vor allem darüber irritiert, dass man sie nur sehr kurzfristig über die Ampel-Pläne zugunsten der Schausteller informiert hatte. „Wir wussten gar nicht Bescheid – erst drei oder vier Tage vorher”, so Stipe Mazdar, Geschäftsführer des Extrablatt.
Gastronomen irritiert über mangelnde Kommunikation
Selbstverständlich werde man an allen fünf Kirmestagen Programm machen, wenn dies gewünscht werde – Livemusik, Comedy und auch etwas für die Kinder. So auch Boris Cerovic vom Restaurant Dubrovnik: „Hätte man mit uns geredet, hätten wir von Anfang an auch am Dienstag Live-Musik angeboten.”
Dazu Schausteller Rudi Edling: „Die Wirte sollen auf dem Altmarkt ruhig weitermachen, da hab ich im Grunde gar nichts dagegen.” Aber dann, so Edling, müssten Wirte und Schausteller auch gleich behandelt werden. Will heißen: Die Gebühren, die die Stadt von den Schaustellern verlangt, sind höher als die Sondernutzungsgebühren, die die Wirte zahlen.
Und das, so der Schausteller, sei nicht gerecht, denn von den Gebühren werde unter anderem die Werbung für die Kirmes bezahlt. Also fordert er gleiche Beiträge für alle, denn „sonst sind die Wirte Trittbrettfahrer”.
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