Kindergarten will fair werden

Neukirchen-Vluyn..  Der evangelische Kindergarten an der Pastoratstraße 20 greift nach dem Zertifikat „faire Kita“, ein Projekt des Netzwerks Faire Metropole Ruhr. Die Bewerbung ist abgeschickt, und Erzieherin Petra Beeker ist zuversichtlich, dass ihre Einrichtung auch gute Chancen haben wird. „Wir sind schon auf einem guten Weg“, sagt sie mit Blick auf die laufenden Aktionen im Kindergarten. „Wir haben festgestellt, dass wir schon viele Kriterien erfüllen“, fügt die Erzieherin hinzu.

Gelebte Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist im Kindergarten nicht nur ein Wort. Sie wird gelebt. „Wir haben seit Jahren Projekte zum fairen Umgang mit uns selbst und mit den Ressourcen“, erklärt Petra Beeker und beginnt, die Projekte aufzuzählen. Einmal ging es um das Thema „Kein Lebensmittel auf den Müll“, hierbei haben die Kinder unter anderem zusammen gekocht.

Sie haben sich zudem mit dem Thema „Wasser ist Leben...s...mittel“ beschäftigt. Dabei haben sie auch erfahren, wie es ist, wenn man kein Wasser zur Verfügung hat, als nämlich die Erzieherinnen für einen festgelegten Zeitraum einfach mal das Wasser abgestellt haben. „Die süße Fair-suchung“ hieß ein weiteres Projekt, bei dem sich alles um die Schokolade und deren Herstellung drehte. Eine Facette dabei: die Kinderarbeit.

Offenkundig haben die Auseinandersetzungen bei den jungen Menschen viel bewirkt, denn später haben sie sich, wie Petra Beeker berichtet, auch als Einkaufsdetektive betätigt und in den Supermärkten Ausschau nach fair gehandelten Produkten gehalten.

Dass sich sie an der Fastenaktion „Verzicht auf überflüssiges Plastik“ beteiligten, stand außer Frage.

Wichtiger Förderverein

„Nachhaltigkeit ist uns wichtig“, betont Petra Beeker. Die Bewerbung hat der Kindergarten im März abgeschickt. Jetzt warten alle gespannt auf das Ergebnis. Im übrigen wurden auch die Kinder gefragt, was sie davon halten.

Deren Partizipation ist den Erzieherinnen wichtig. Und damit das Erlernen demokratischer Grundlagen. Wie Abstimmungsprozesse beispielsweise. Die Erkenntnis, dass etwas gemacht wird, wenn sich mehr Kinder dafür als für etwas Anderes entscheiden.

Das gilt auch für den wöchentlichen Speiseplan. Den gestalten die Knirpse selbst mit. Und wer nun glaubt, alle würden immer nur Pommes mit Ketchup essen wollen, der irrt. Fischstäbchen mit Spinat und Kartoffelpüree stehen ganz hoch im Kurs.

Einer der nächsten spannenden Termine ist der Donkenlauf. Daran nimmt der Kindergarten mit 34 schon jetzt hoch motivierten Kindern teil. Die T-Shirts dazu hat der Förderverein finanziert. Der ist, wie Beeker betont, ein ganz wichtiges Element geworden. „Die Kostenbremse trifft uns ja alle“, sagt sie.

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