Kicken mit den Profis in der Kamp-Lintforter Sekundarschule

Moderner Schulsport. Mit Ex-Fußballprofis.
Moderner Schulsport. Mit Ex-Fußballprofis.
Foto: Ulla Michels
Marcel Witeczek und Michael Klinkert haben gestern in der Sekundarschule einen Sportunterricht der ganz besonderen Art gegeben.

Kamp-Lintfort..  Okay, die Truppe gestern in der Sekundarschule war ein bisschen Bayern-lastig: Götze, Lewandowski, Robben – alle da. „Normal, das ist immer so“, sagt Marcel Witeczek, aber das kann ihm ja auch nur recht sein. Schließlich hat er ja selbst mal das rote Trikot mit den blauweißen Rauten getragen. Von 1993 bis 1997 war das. Und dass Kinder gerne Trikots der Dauer-Sieger tragen, ist auch klar.

Witeczek und sein Ex-Fußballprofi-Kollege Michael Klinkert, der für Borussia Mönchengladbach und Schalke gespielt hat, waren nach Kamp-Lintfort gekommen, um im Rahmen der Initiative „Fit durch die Schule“ des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW und der AOK Rheinland/Hamburg eine Trainingseinheit mit den Fünft- bis Siebtklässlern zu verbringen. Sport wird in der Sekundarschule jahrgangsübergreifend in „Werkstätten“ unterrichtet, also nach Lieblingsdisziplinen. In der Werkstatt „Torschuss- und Mannschaftsspiele“, die gestern den Sonderunterricht hatte, ist genau ein Mädchen. Und dies stürmte zwischendurch auf Schulleiterin Barbara Mennekes und forderte: „Kommen die jetzt jede Woche, das macht so’n Spaß“.

„Strafrunden“ und Liegestütz

Nein, kommen sie leider nicht, die beiden Fußball- und Motivationsprofis. Die Trainingseinheit war einmalig und mancher wird vielleicht auch weniger traurig darüber sein. Denn die beiden Ex-Profis machten durchaus Ernst. Von wegen müder Kick. Mit schweißtreibenden Aufwärmrunden und „Strafründchen“, wer beim Kopfballspielen nicht den Ball trifft. Und den unvermeidlichen Liegestütz. Da kam mancher der 10- bis 13-Jährigen ins Keuchen.

Im Sport funktionieren sie noch, die klaren Ansagen: „Du willst hier gewinnen, da kannst du nicht um die Hütchen einfach rumtrödeln.“ Sowas macht Beine. Und der Wettbewerbsgedanke beim Slalomlaufen sowieso. Wer dabei versuchte zu mogeln und nicht ordentlich um die bunten Hürtchen herumlief, fiel sofort auf. Aber richtig wichtig ist natürlich auf’m Platz. Als es ans Fußballspielen ging, zogen die Schüler alle Register. Und die Profis feuerten sie an: „Lasst den Ball laufen!“ Aber sie lobten auch: „Super!“ Dann war der Ball im Tor.

Christian Kullmann, der sonst die muntere Truppe unterrichtet, hatte auch sichtlich Spaß – nicht nur, weil er ausnahmsweise Pause hatte.