Keiner verlässt sein Paradies
07.09.2007 | 04:38 Uhr 2007-09-07T04:38:53+0200STADTPLANUNG. Geschlossene Front der 23 Kleingarten-Besitzer: Niemand will verkaufen. Die NIAG möchte Grünanlage zu Geld machen. Doch zuvor müsste die Stadt die Fläche zu Bauland umwidmen.
Gestern unterschrieben die letzten drei von 23 Kleingärtnern der Anlage (14 000 Quadratmeter) eine Erklärung, dass sie gar nicht daran denken, das Feld zu räumen. "Keiner will verkaufen", so Haßhoff. Stattdessen will der Stadtverband der Kleingärtner bis Jahresende ins neue Vereinsdomizil ziehen, das gerade fertiggestellt wird.
Es sei nicht das erste Mal, dass über den Verkauf des Geländes geredet werde, so Haßhoff: "Das wäre schon eine Schande, wenn die Grünoase hier verschwinden müsste", unterstreicht der Niag-Busfahrer, der das Leben im Gartenhäuschen seit 1988 genießt.
Die Niag spricht von einem "mittelfristigen Ziel". Man lege Wert auf einen Konsens aller Beteiligten. Die Planungen könnten erst konkret werden, wenn die Niag sich mit den Kleingärtnern geeinigt habe. Das sei jedenfalls die Bedingung der Stadt, sagte uns Pressesprecher Klaus Janczyk. Da das Areal als Grünfläche ausgewiesen ist, müsste erst der Flächennutzungsplan geändert werden. Anschließend könnte aus dem citynahen Grün Bauland werden - und erst dann ist es richtig wertvoll für die Niag.
Erika Scholten (SPD), stellvertretende Bürgermeisterin, die die Sache jüngst vor einer Hauptausschuss-Sitzung in der Fraktion mit ihren Kollegen erörterte: "Wenn die Mitglieder des Vereins nicht damit einverstanden sind, können wir das auch nicht sein." Auch Bürgermeister Norbert Ballhaus und der Technische Dezernent Günter Wusthoff hätten bei einem ersten Gespräch, eine einvernehmliche Lösung mit den Kleingärtnern angemahnt.
Anton Kleber, Ehrenvorsitzender des Stadtverbands der Kleingärtner: "Wir möchten dies Paradies erhalten. Ersatflächen gibt es nicht." Der Stadtverband ist für die Niag Vertragspartner für das Gelände - über den Generalpachtvertrag für die Gesamtfläche mit den 23 Parzellen. Kleber: "Nur wenn die Stadt den Flächennutzungsplan ändert, kann die Niag ihren Plan umsetzen."MILLIONEN WERT Mindestens zwei Mio Euro ist das Kleingartengelände der Niag wert - aber nur, wenn es als Bauland zu verwerten ist. Gegenwärtig kassiert die Niag eine bescheidene Pacht: 2200 Euro im Jahr. Der Pachtvertrag läuft bis 2009. Ein halbes Jahr vor Vertragsende müsste gekündigt werden, sonst verlängert sich der Vertrag um ein Jahr.
20:35
Der Kleingartenverein sollte sich besinnen,dass auch er die Verträge einhalten muss!
Die 3 Stck. gepflanzten Möhren bilden noch keine grüne Lunge!
Ferner war keinem Gartenmitglied ein Vertragsende -2009 bekannt-
Den Gartenpächtern wurde ein Vertrag mit einer Laufzeit von 99 Jahren vorgegaukelt.
Wäre das Vertragsende 2009 bekannt gewesen, hätten wohl einige Gartenliebhaber nicht gepachtet!! Dann ständen schon einige Parzellen leer!