Keine Komplett-Sperrung der Lindenstraße in Neukirchen-Vluyn

Die Dorfpumpe Lindenstraße /Ecke Hochstrasse.
Die Dorfpumpe Lindenstraße /Ecke Hochstrasse.
Foto: WAZ FotoPool
Ob die Lindenstraße allerdings Fahrbahnmarkierungen mit dem Hinweis Tempo 30 bekommt und ob der Tempo-30-Betonstein versetzt wird, soll die Verwaltung prüfen.

Neukirchen-Vluyn..  Es ist schon erstaunlich, wie viel Staub auf einer kleinen Straße aufgewirbelt werden kann. Die Lindenstraße im Dorf Neukirchen ist gestern Abend einmal mehr zum Objekt ausgiebiger Diskussionen geworden.

Im Ausschuss für Bauen, Grünflächen und Umwelt war die Anregung nach §24 der Gemeindeordnung NRW zu behandeln, die die Bürgerinitiative Alarm Pro Dorf zur Verkehrsberuhigung im Dorf eingebracht hatte. Schon bei den Einwohnerfragen standen sich Peter Ohms von der Bürgerinitiative und Uwe Horn als Sprecher der ansässigen Geschäftsleute gegenüber.

Ohms sprach pro Verkehrsberuhigung, Horn dagegen, insbesondere gegen eine Komplettsperrung der Lindenstraße, wie sie die Bürgerinitiative als einen dritten Punkt nennt. Tenor: Schon die Sperrung an den Markttagen bereite den Geschäftsleuten große Sorgen.

Was folgte, war ein durchaus ausführlicher Schlagabtausch der Politik. Am Ende einigten sich die Ausschussmitglieder einstimmig, dass sie eine Komplett-Sperrung nicht befürworten. Dafür soll die Verwaltung nun prüfen, inwiefern es durch Fahrbahnmarkierungen und einem die Straße verengenden Versetzen des Tempo-30-Betonsteines zu einer Verbesserung der Verkehrssituation auf der Lindenstraße kommen kann.

Darüber hinaus sollen die Möglichkeiten zur Aufnahme in das Integrierte Handlungskonzept geprüft werden. Daran hängen bekanntlich Fördermittel.

Mit den zu prüfenden Maßnahmen zur besseren Sichtbarkeit der Tempobegrenzung ist der Ausschuss dem Vorschlag von Timo Glantschnig gefolgt, der für die SPD betonte: „Das ist eine Maßnahme, die sehr einfach ist.“ Dass es mit einer kompletten Sperrung nicht so leicht ist, sah er ein und unterstrich, dass man eine „Lösung für alle“ finden müsse.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU kam bei diesem Thema so richtig in Fahrt. „Das ist ein Verkehrsberuhigung durch die Hintertür“, warf Markus Nacke der Bürgerinitiative vor. Und dass es den Antragstellern gar nicht um die Sicherheit auf dem Wochenmarkt gehe. Die CDU lehne die beiden ersten beiden Punkte des Antrags der Initiative wie auch die Sperrung ab.

Dabei sprach er von einer „Kapitulation vor der Suche nach einem Kompromiss“. Die CDU ging sogar noch einen Schritt weiter. Man solle die Testphase der Freitagsmarkt-Sperrung Ende März auslaufen lassen und die Alternative prüfen, den Markt entlang der Hochstraße zu verlegen. Dann könne man die beiden Ergebnisse vergleichen. Diese Variante allerdings hatte die Stadtverwaltung bereits im vergangenen Jahr aus Sicherheitsgründen abgelehnt, und so wird auch jetzt nichts daraus.

Die Verwaltung wird nun „ernsthaft“ die neuen Aspekte prüfen. Die Testphase läuft weiter bis zum April, und im Juni sind Aussagen über die Ergebnisse zu erwarten.