Keine Kita im Moerser Neubaugebiet

An der Essenberger Straße entstehen 79 Doppel- und Reihenhäuser.
An der Essenberger Straße entstehen 79 Doppel- und Reihenhäuser.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Dornieden-Gruppe baut zwischen Kronprinzenstraße und Essenberger Straße 79 Doppel- und Reihenhäuser für junge Familien, aber keine Kita.

Moers..  Jetzt ist es amtlich: Nach der Zustimmung durch den Rat kann die Mönchengladbacher Dornieden-Gruppe in Asberg das größte Wohnungsbauvorhaben der letzten beiden Jahrzehnte in Moers realisieren. So froh alle Beteiligten über die 20-Millionen-Euro-Investition sind – sie hat einen Schönheitsfehler. Bei dem Riesenprojekt mit 79 Doppel- und Reihenhäusern, potenziell interessant für junge Familien, ist keine Kindertagesstätte eingeplant. So sagte der Rat zwar einstimmig, aber auch zähneknirschend „Ja“.

Der Hintergrund: Bereits 2006 schloss die RWE Dea AG als damalige Eigentümerin der Fläche zwischen Essenberger Straße und Kronprinzenstraße mit Moers einen Städtebaulichen Vertrag. Seinerzeit schätzte man den Bedarf an Kitaplätzen anders ein, zudem gab es weder eine Gesetzesgarantie noch eine U-3-Betreuung. Konsequenz: Eine Tagesstätte war nicht vorgesehen.

Obwohl sich die Rahmenbedingungen längst geändert haben, fiel der Mangel nicht auf, als die Dornieden-Gruppe 2014 den Städtebaulichen Vertrag von der Dea übernahm. Erst die Grünen machten im Planungsausschuss des Rates vor einer Woche darauf aufmerksam. Den folgenden Vorstoß aus dem Rathaus, der Investor möge auf seine Kosten auf einem der Grundstücke anstelle eines Wohnhauses eine Tagesstätte errichten, wehrte Dornieden ab: „Unsere Frage im Jahr 2013, ob wir mit zusätzlichen Infrastrukturfolgekosten rechnen müssen, wurde verneint“, berichtet Projektleiter Jürgen Kläber. „Darauf haben wir unsere Kalkulation gestützt. Das können wir auch nicht mehr ändern.“ Die Zustimmung des Rates vom Bau einer Kita abhängig zu machen, wäre nur eine theoretische Möglichkeit gewesen. Die Stadt wäre in dem Fall schadensersatzpflichtig geworden.

Gleichwohl muss die Verwaltung nach einer Lösung suchen. Der nahegelegene Kindergarten am Pandyck platzt allerdings schon jetzt aus allen Nähten. Geprüft werden soll unter anderem ein Neubau auf einer der vielen Grünflächen im Baugebiet.