Keine einfache Zeit für die Griechen

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Was wir bereits wissen
Die Auswirkungen des Referendums am vergangenen Sonntag werden in Moers und Umgebung ganz unterschiedlich bewertet.

Am Niederrhein..  Hellas nach dem ochi zu weiteren Spar- und Reformauflagen der europäischen Geldgeber: Schlangen vor den Geldautomaten, Hamsterkäufe in den Supermärkten. Die Lage in Griechenland ist angespannt. Andreas Roussos berichtet von unterschiedlichen Stimmen von dem Teil seiner Familie, der in Griechenland wohnt. Und er berichtet von seinen Taufpaten, die längst nicht mehr das Geld für Medikamente haben. Roussos: „Jetzt wird es nicht einfacher.“

Die derzeitige Lage, die mit Beginn vergangener Woche eingeläutet wurde, scheint jedoch nicht überall zu wirken. Michael Wittmann, Chef vom Reisebüro Kios West in Moers, ist am Sonntagabend von einer viertägigen Geschäftsreise nach Rhodos zurückgekehrt. „Man hat Null gemerkt“, sagt Wittmann. Weder an der Tankstelle, noch beim Geldautomaten. Es habe keinen Mangel gegeben. Rhodos lebt wie viele andere griechische Inseln vom Tourismus, wenn der einbricht, dürfte zappenduster sein. Wittmann ist viel auf der Insel herumgereist. „Keiner denkt negativ über die Deutschen“, sagt er.

Und: „Die Hoteliers bieten die Verträge für das kommende Jahr in Euro an.“ Auch die hiesigen Bankenchefs schauen mit Argusaugen auf die Entwicklungen. Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Niederrhein, Guido Lohmann, betont: „Griechenland hat sich den Zugang zum Euro einst durch massive Bilanzfälschungen erschlichen. Das Land ist seit Jahren insolvent. Daran ändert der Ausgang der skurrilen Volksabstimmung gar nichts.“ Und weiter: „Nur durch den Austritt aus dem Euro, dringend notwendige Reformen zur Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit und mit humanitärer Unterstützung aus ganz Europa kann das Desaster beendet werden. Dazu bedarf es jedoch einer fähigen Regierung und nicht einer Ansammlung von Selbstdarstellern und infamen Provokateuren wie Varoufakis oder Tsipras. Ohne diese Schritte ist jedes weitere Hilfspaket der Euro-Gemeinschaft eine verantwortungslose Geldvernichtung zu Lasten zukünftiger Generationen.“

Giovanni Malaponti, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse am Niederrhein: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Griechen im Euro bleiben. Es wäre das Beste für sie. Und ich habe die Hoffnung, dass sie das bald selbst merken.“