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Stadtentwicklung

Keine Bange vor der Zukunft

13.11.2009 | 10:47 Uhr

Moers. Initiativkreis hatte bei der Podiumsdiskussion „Moers im demographischen Wandel - Chance für Jung und Alt ” im Foyer des Eurotec ein volles Haus. Es wurden viele Ideen gesammelt - für mögliche Antworten auf die Frage, wie im Jahre 2030 ein attraktives und liebenswertes Moers aussehen muss.

Wenn im Jahre 2030 die Zahl der über 60-Jährigen von derzeit 29 000 auf dann 40 000 gestiegen ist, werden wir auf unseren Straßen ein anderes Bild haben - zumal im gleichen Zeitraum die Gruppe der Moerser unter 27 Jahren von 29 000 auf dann 20 000 schrumpfen wird. Vera Breuer vom Fachbereich Jugend der Stadt Moers gab gestern Abend in der Podiumsdiskussion des Initiativkreises zur Stadtentwicklung in den kommenden zwei Jahrzehnten der demographischen Entwicklung ein Gesicht. Darauf mit der Entscheidung zu reagieren, alle drei Jahre ein neues Altenheim zu bauen ist keine Lösung. So würden alte Menschen isoliert. Und im Übrigen: „Wer soll das bezahlen” - bei den niedrigen Renten und der hohen Staatsverschuldung?

Volles Haus im Eurotec. An die 100 Gäste konnte Elke Talhorst vom Initiativkreis Moers zur großen Podiumsdiskussion begrüßen. Sie griffen gerne in die Debatte ein (Bild). Foto: Volker herold

Heinz-Dieter Holzum vom Seniorenbeirat zeigte eine Alternative auf: Altengerechte Wohnungen in den angestammten Vierteln – mit Dienstleistungsangeboten (Einkaufen und Putzen) und wenn Notwendig auch mit Betreuung. Doch 93 Prozent der über 60-Jährigen seien nicht behindert und durchaus bereit, einen aktiven Part im gemeinschaftlichen Leben zu übernehmen.

Ob die Jugend sich dem heute propagierten „Mehrgenerationenhaus” annähern könne, schloss Adolfinum-Gymnasiast Jan Dieren für sich nicht, wohl aber für die große Zahl der Jugendlichen aus, die keinen Bock mehr auf das Elternhaus und schon gar nicht auf die Großeltern hätten. Hier müsse zunächst das Familienbild in den Köpfen der Jugendlichen verändert werden, forderte er unter großem Beifall der knapp 100 Gäste im Foyer des Eurotec-Gebäudes.

Gudrun Tersteegen vom Nachhaltigkeitsbeirat der Stadt attestierte den Älteren, mit hoher Flexibilität auf Ver-änderungen in ihrem Umfeld zu reagieren - auch auf bröckelnde Familienstrukturen.

Auf Tersteegens These, dass vitale Stadtteile über ein hinreichendes Nahversorgungsangebot verfügen müssten, reagierte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse am Niederrhein, Giovanni Malaponti mit dem Hinweis: „Die Nahversorgung ändert sich - auch bis 2030. Die Mobilität Älterer muss dauerhaft sichergestellt werden, denn 2030 werden wir mit Sicherheit keine flächendeckende Nahversorgung mehr haben.”

Den Menschen müsse in jedem Fall eine Alternative geboten werden, forderte Holzum mit Blick auf die Ende des Monats anstehenden Sparkassen-Filialschließungen.

Den Schwachen muss geholfen werden

Welcher Part der Moerser Jugend bei der Zukunftsgestaltung zufällt wurde deutlich, als Malaponti, davon sprach, dass die Unternehmen heute schon um gut ausgebildete junge Menschen kämpfen würden. Hier wies Jan Dieren darauf hin, dass Jugendliche aus sozial schwachen Familien ohne Bildungszugang das eigentliche Problem darstellen: „Da muss man intervenieren” (weiterer Bericht folgt).

Volker Strommenger und Harry Seelhoff

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Kommentare
14.11.2009
13:01
Keine Bange vor der Zukunft
von mal wieder | #3

das war mal wieder eine durch und durch rot getränkte SPD veranstaltung.

14.11.2009
00:36
Keine Bange vor der Zukunft
von aufmerksamerleser | #2

JAN DIEREN hört man auffällig oft aus der linken Ecke..... .
Frühe Nachwuchsschulung der SPD ?????

13.11.2009
16:41
Keine Bange vor der Zukunft
von backbord | #1

Die demografische Entwicklung muss für die Begründung vieler Unheile herhalten. Die Statistik hilft dann auch noch nach. So ist mir unverständlich bei Frau Breuer die Aufteilung Jung bis 27 und Alt ab 60 Jahren. Nach ihr entfallen dann 2030 auf einen Jungen Menschen zwei Alte. Moers vergreist. Üblich bei der Demografie sind die Grenzen Jung bis 20 und Alt ab 65. Der Grund dafür ist die Versorgungsabhängigen zu erfassen. Geht man Quellen für diese Altersgrenzen nach, dann sieht alles wesentlich moderater aus. Der Jugendquotient* bewegt sich von 2010 bis 2030 um 30%, der Altenqutient * 2010 = 32%, 2020 = 36%, 2030 = 47%. Daraus ergibt bis 2020 ein Verhältnis Jung zu Alt von 1,2 und 2030 entfallen auf einen jungen Menschen wegen des Bevölkerungsrückganges 1,5 Alte. Da geht der Dramatik von Frau Breuer etwas die Luft aus. Aber wer weiß wirklich was 2030 sein wird? Werden die Alten tatsächlich so lange leben wie heute prognostiziert wird? Wie die Untersuchungen zur Armut in der letzten Zeit zeigen wird es nicht so sein.

* Quotient Verhältnis Alt bzw. Jung zur Bevölkerung zwischen 20-65 Jahren

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