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Brauchtum

Karneval ist wie eine Droge

14.02.2010 | 07:00 Uhr

Kamp-Lintfort. Dass sie rund 80 Termine nicht so einfach weggesteckt hat, will Doris Hackstein keineswegs verschweigen. „Doch Karneval ist wie eine Droge, auch wenn ich noch so müde und platt bin”, sagt die Karnevalsprinzessin und strahlt übers ganze Gesicht.

Einen Tag nach Altweiber hat sie abermals volles Programm. Neben einem Auftritt bei der Lintforter Tafel stehen drei weitere Termine auf dem Plan. „Aber wenn die Mucke angeht”, ist, wie Doris Hackstein offenbart, alle Müdigkeit rasch verflogen.

Recht hat KKV-Präsident Bernd Grossauer, der der Herrscherin der Lintforter Jecken bescheinigt, im Karneval aufzugehen und aufzublühen und dieses Brauchtum zu zelebrieren. Dabei wurde der Kamp-Lintforterin die Narretei nicht mit auf den Weg gegeben. Lebhaft erzählt sie, dass sie als Kind das Verkleiden hochpeinlich fand und davor flüchtete.

Ihre Begeisterung für die Narretei wuchs erst im Verlauf von rund 20 Jahren als Mitglied der Kellner-Interessengemeinschaft, die in der Karneval-Hochburg Köln Damen-, Herrensitzungen und andere Großveranstaltungen durchführte. „Da ging in jedem Stadtteil die Post ab.” Vor drei Jahren übernahm Doris Hackstein die Gaststätte „Zum Prinzentor”. „Auch hier kommt man am Karneval nicht vorbei”, stellte die Gastronomin fest.

Eine tolle Proklamation

Sechs Wochen später wurde sie Mitglied beim KKV. Und als „brave Ehefrau” gab sie ihrem Gatten Walter auch keinen Korb, als dieser ihr nahe legte, das Amt als Stadtprinzessin zu übernehmen. „Überhaupt nicht”, antwortet sie spontan auf die Frage, ob sie diese Entscheidung jemals bereut hat. Ganz im Gegenteil, Doris Hackstein sprüht förmlich vor Begeisterung, wenn die Sprache auf ihr Ehrenamt kommt. Unvergesslich ist ihr vor allem die Proklamation. „Ich hatte den Hintern voller Tränen, weil das so toll war. Ich war wie ein dreijähriges Kind, das begriffen hat, was Weihnachten ist.”

Dankbar ist die Karnevalsregentin ihrem Ehemann und ihrer Schwester Stefanie Janzen, die in den zurückliegenden Wochen geholfen haben, den schwierigen Spagat zwischen Wirtin und Prinzessin zu meistern. Auch die tollen Tage möchte Doris Hackstein genießen und am Rosenmontag mit ihrer Begeisterung für den Karneval die Zuschauer am Zugrand anstecken.

Der Narretei treu bleiben

Höchst ungern denkt sie an Aschermittwoch. Der Lintforter Narretei will die Gastronomin treu bleiben und die Nachfolge der langjährigen Obermöhne Petra Niß antreten. Und was rät Doris Hackstein den großen und kleinen Jecken gegen die winterlichen Temperaturen? „Sie sollten tanzen und schunkeln oder eine Polonaise machen, dann kommt man ins Schwitzen.”

Ulrich Ernenputsch

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