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Sperrmüll

Wie Moers gegen illegale Schrottsammler um Sperrmüll kämpft

11.04.2014 | 08:00 Uhr
Wie Moers gegen illegale Schrottsammler um Sperrmüll kämpft
Alte Kühlschrankmotoren sind begehrte (Schrott-)Sammlerstücke.Foto: Volker Herold

Moers. Wenn die Moerserinnen und Moerser ihren Sperrmüll an die Straße stellen, sind sie zuverlässig wenig später zur Stelle: die privaten Schrottsammler. Metall, Elektrogeräte – was sich vom Sperrgut in klingende Münze verwandeln lässt, landet in den Lieferwagen und auf den Moped-Anhängern der illegalen Entsorger. Sehr zum Ärger der Enni, die für die Entsorgung in der Grafenstadt zuständig ist und sich das Geschäft keinesfalls entgehen lassen will. Abteilungsleiter Ulrich Kempken spricht bereits vom „Kampf um die Rohstoffe“.

Das klingt für den Laien zunächst ein bisschen „dicke“, doch die Zahlen sprechen für sich: Allein mit dem Altpapier, das Enni 2013 einsammelte, nahm der Entsorger 600 000 Euro ein. Die 800 Tonnen Altkleider brachten 240 000 Euro in die Kasse. Insgesamt summieren sich die Wertstofferlöse der Enni auf etwas weniger als eine Million Euro.

„Wir schieben das Geld aber nicht zum Stadtkämmerer rüber“, sagt Ulrich Kempken. Tatsächlich sind die Wertstofferlöse – neben den Gebühren für die graue Restabfalltonne – die einzigen Einnahmen im Müllhaushalt, der in Moers einen Umfang von elf bis zwölf Millionen Euro hat. Kempken will diese Einnahmen dringend erhöhen.

250 Euro für eine Tonne Haushaltsschrott

Haushaltsschrott beispielsweise bringt 250 Euro pro Tonne. 150 Tonnen hat Enni 2013 gesammelt. Ulrich Kempken schätzt, dass die vierfache Menge möglich wäre: „Aber da wird leider eine Menge abgefischt.“ Ähnlich sieht es beim Elektroschrott aus, der 100 Euro pro Tonne beim Händler einbringt.

Das Fleddern des Sperrmülls ist laut Kempken übrigens Diebstahl, weil der Abfall in der Regel auf öffentlichem Grund steht und somit der Stadt gehöre. Dies zu verfolgen bringt nach den Erfahrungen des Enni-Manns aber wenig: „Die Verfahren werden meist wegen Geringfügigkeit eingestellt.“ Leichter umzusetzen sei unter Umständen die Verfolgung des bloßen Sammelns als Ordnungswidrigkeit. Bei einem „Schrotti“, wie Kempken die Sammler auch nennt, summierten sich kürzlich die Bußgelder auf 450 Euro, die Ladung musste er auch abgeben: „Das tat weh.“

Diskussion um Sicherung der Stoffe

Enni will mit der Polizei und dem Kreis Möglichkeiten diskutieren, wie man bei vertretbarem Personalaufwand mehr Wertstoffe für die städtische Tochter sichern kann. Interessiert blicken die Moerser Abfallprofis zudem nach Kamp-Lintfort und Rheinberg. Die Nachbarstädte erproben ein Modell, bei dem SCI-Mitarbeiter die Wertstoffe am Sammeltag aus der Wohnung holen. Außerdem: Wer kann, sollte sein Sperrgut erst morgens an die Straße stellen. Ulrich Kempken: „Das kommt dem Gebührenzahler selbst zu Gute.“

Tom Wittenschläger

Kommentare
13.04.2014
15:42
Bürger wollen selbst entscheiden!
von Bettelheim | #3

Wie die WAZ am 16. 2. 2014 berichtet hatte (Wirtschaftsressort), ziehen Altkleidersammler bereits gegen Kommunen vor Gericht; Schrottsammler könnten...
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http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-moers-kamp-lintfort-neukirchen-vluyn-rheurdt-und-issum/kampf-um-rohstoffe-am-buergersteig-id9230158.html
2014-04-11 08:00
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