Kamper Konzerte in Kamp-Lintfort

Kamper Konzerte im Rokokosaal am Kloster Kamp: Alexander Hülshoff, Violoncello spielt Johann Sebastian Bach.
Kamper Konzerte im Rokokosaal am Kloster Kamp: Alexander Hülshoff, Violoncello spielt Johann Sebastian Bach.
Foto: Funke Foto Services

Kamp-Lintfort..  Dank eines exzellenten künstlerischen Duos waren die ersten Kamper Konzerte in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. Am Mittwochabend gaben der Violoncellist Alexander Hülshoff und der spanische Pianist Leonel Morales im Rokokosaal des Kloster Kamp ein beeindruckendes Kammerkonzert.

Regelmäßiger Gast

Hülshoff ist, gemeinsam mit seiner Ehefrau Katharina Apel, künstlerischer Leiter der Kamper Konzerte und gastiert regelmäßig auf dem Klosterberg. Diesmal standen Werke von Johann Sebastian Bach, Sergej W. Rachmaninow und Frédéric Chopin auf dem Programm. Den Anfang machte Bachs Suite in C-Dur für Violoncello. Ein barockes Kammerstück, dessen viele Tempi-Wechsel von der Allemande und Sarabande bis zur spritzigen Gigue hohe Anforderungen an den Künstler stellt. Kein Wunder, dass sich Hülshoff danach eine Pause gönnte und Morales am Flügel das Podium überlies.

Bei der Interpretation von Rachmaninows „moments musicaux“ schöpfte der 1964 in Kuba geborene Pianist die variantenreiche Klangfülle eines Konzertflügels voll aus und bewies damit ebenfalls seine künstlerische Extraklasse. Danach hatten sich die Zuhörer eine Pause bei einem Gläschen Wein und Ciabatta verdient. Den Abschluss bildete Chopins von beiden Künstlern gemeinsam gespielte Sonate für Violoncello und Klavier in g-Moll. Ein romantisches Spätwerk des Meisters, das eher selten zu hören ist. Zu Unrecht, wie das mit Spielwitz und perfektem Zusammenspiel dargebotene musikalische Erlebnis zeigte. Da das Publikum nicht locker ließ, gab’s auch noch eine Zugabe – einen langsamen Satz einer Rachmaninow-Sonate für Cello und Klavier.

Perfekter Rahmen

Trotz starker Fußball-Konkurrenz im Fernsehen war der Saal an beiden angesetzten Konzertterminen ausverkauft. „Aufgrund der starken Nachfrage werden wir alle Konzerte in diesem Jahr als Doppelveranstaltungen durchführen“, sagte Koordinatorin Jeannette von der Leyen. Einen größeren Saal anzumieten, sei keine Alternative: „Der Rokokosaal mit seinem stilvollen Ambiente ist der perfekte Rahmen für Kammermusik. Wo sonst hat man schon die Gelegenheit, weltweit bekannte Künstler so hautnah zu erleben?“ Als nächstes steht am 20./21. Mai ein Konzert des Duos Slaatto Reinecke auf dem Plan.