Kamp-Lintforts Konkurrenten

Beim Day of Song im Klostergarten des Kloster Kamp.
Beim Day of Song im Klostergarten des Kloster Kamp.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nicht nur Kamp-Lintfort, auch Bad Honnef will sich um die Landesgartenschau 2020 bewerben. Wir haben den Kandidaten genauer unter die Lupe genommen.

Kamp-Lintfort..  Jetzt ist es amtlich – die Entscheidung über den Austragungsort der Landesgartenschau 2020 fällt noch in diesem Jahr. Während im Kamp-Lintforter Rathaus die nächste Arena in Arbeit ist, lugen auch andere Städte in die Fördertöpfe des Landes.

Wer sich neben der Hochschulstadt um die Laga bewirbt, steht noch nicht endgültig fest. „Stichtag für die Bewerbungen ist der 1. September“, heißt es aus dem Umweltministerium. Ins Gespräch gebracht haben sich aber sowohl ein Städtequartett aus Herne, Herten, Recklinghausen und Castrop-Rauxel, als auch die Stadt Bad Honnef. Wir haben den aus unserer Sicht schärfsten Konkurrenten der Kamp-Lintforter im Rennen um den Austragungsort für die Landesgartenschau einmal genauer unter die Lupe genommen...

Der Kandida t: Bad Honnef in der Nähe von Bonn gehört zum Rhein-Sieg-Kreis, zählt rund 27 000 Einwohner und liegt im Süden NRWs. Bekannt ist die ehemalige Kurstadt laut Wikipedia durch ihren durch Alexander von Humboldt begründeten Ruf als „rheinisches Nizza“ und einen prominenten ehemaligen Bewohner – Kanzler Konrad Adenauer wohnte bis zu seinem Tode im Stadtteil Rhöndorf.

Das Image: Die „Stadt im Grünen“ mit ihren weitläufigen Parkanlagen – unter anderem auf der Rheininsel Grafenwerth — wirbt auf ihrer Homepage damit, sich zu einer Tagungs- und Kongressstadt entwickelt zu haben, preist aber auch ihren Wert als Naherholungsgebiet, ebenso wie ihren touristischen Nutzen als Etappenziel für Radler und Wanderer an.

Der Antrieb: „Wir haben hier eine reizvolle Umgebung, die dringend einer Aufwertung bedarf“, sagt Bad Honnefs Bürgermeister Otto Neuhoff im Gespräch mit der WAZ. Wenn Bad Honnef Laga-Stadt würde, könne man viele Dinge tun, die die Stadt voranbrächten.

Die Hausaufgaben: „Die Bewerbung ist für uns eine Riesen-Kraftanstrengung“, sagt der Bürgermeister. Expertenrunden und Bürgeranhörung sind gelaufen. Seit über einem halben Jahr hat die Stadt sogar eine eigene Internetseite rund um die geplante Laga-Bewerbung. Auf der wird mitunter übrigens auch über die Kamp-Lintforter Pläne berichtet.

Der Zeitplan: Hinkt hinter dem Kamp-Lintforter zurück. Die Idee sei erst im letzten September geboren, sagt Neuhoff. Im Februar wurde die erste Stufe der Machbarkeitsstudie präsentiert, am 5. März gab es das erste Laga-Treffen mit Bürgerbeteiligung – das, so Neuhoff, sei überraschend gut gelaufen. Jetzt geht es in die Konkretisierung, in einer Sondersitzung des Rates Mitte August soll alles abgesegnet werden.

Das Geld: Ist auch in Bad Honnef großes Thema. Seit 2003 befindet sich die Stadt mit Unterbrechungen in der Haushaltssicherung.

Die Selbsteinschätzung: Selbstverständlich blicke er optimistisch auf die Entscheidung der Kommission, so Neuhoff. „Beim Fußball tritt man ja auch nicht an, um zu verlieren.“ Und wenn es nicht klappe, habe die Stadt trotzdem eine Menge gewonnen. „Die Aufbruchstimmung hat schon jetzt viel gebracht.“