Kamp-Lintforterin tankte in Krefeld Benzin statt Diesel

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Was wir bereits wissen
Sie meint, aus dem Zapfhahn der Säule sei statt Diesel Super Benzin geflossen. Die Reparatur des Autos kostete 300 Euro.

Kamp-Lintfort/Krefeld..  Elfriede Müller (Name von der Redaktion geändert) war mit fast leerem Tank unterwegs und fuhr daher an eine Jet-Tankstelle in Krefeld. Es war – ausweislich der Tankquittung – Mittwoch, 21. Januar, 21.14 Uhr. 33,69 Liter Diesel, so bescheinigt es diese Quittung, flossen in den Tank ihres VW Polo. Doch sie ist überzeugt, dass es kein Diesel, sondern Superbenzin war. Dies habe ihr jedenfalls ihre Werkstatt gesagt, behauptet die Kamp-Lintforterin.

Reparatur kostete 300 Euro

„Erst mal dachte ich, oh je, oh je, da ist ein Schaden am meinem Auto“, berichtet die junge Frau. Sie schaffte es noch bis zu ihrer Werkstatt, wo man sich auf die Fehlersuche gemacht habe. Das Ergebnis, so Elfriede Müller, habe gelautet: Der ganze Tank ist voller Superbenzin. 300 Euro habe die Reparatur sowie das Absaugen des Tankinhalts gekostet; an mögliche spätere Schäden an ihrem gerade einmal vier Jahre alten Polo will sie lieber gar nicht erst denken.

Und da sie eine Quittung über 33,69 Liter Diesel hatte, machte sie sich auf den Weg zu der Tankstelle. „Der Chef hat alles abgestritten“, erzählt sie. Indes fiel ihr auf, dass einige Zapfhähne als defekt markiert und außer Betrieb genommen worden waren. Eine Aushilfe der Tankstelle, so die Kamp-Lintforterin, habe gesagt, diese seien defekt, aber der Monteur noch nicht da gewesen. Ihr Gespräch mit dem Pächter der Tankstelle sei nicht besonders erfreulich gelaufen – der Mann sei sehr unhöflich zu ihr gewesen: „Das war eine Unverschämtheit.“

Elfriede Müller will sich nun anwaltlicher Hilfe versichern. „Die Chancen stehen gut“, erklärt sie nach einem kurzen Telefonat mit einem Moerser Anwalt. Gar so optimistisch sieht es die Moerser Verbraucherberatung hingegen nicht; die Beweislast für die Behauptung liege bei der Kundin.

Hamburger Zentrale ist zuständig

Einen Anruf der Redaktion beim Pächter der Krefelder Tankstelle beantwortete dieser dahingehend, dass er sich zu dem Fall nicht äußern dürfe. Er verwies an die Pressestelle des Konzerns in Hamburg, die gestern noch nicht auf die Mail der Redaktion antwortete. Nur so viel wollte der Pächter sagen: Die Vorwürfe gegen ihn seien völlig aus der Luft gegriffen. Gisela Daniels, Leiterin der Moerser Verbraucherzentrale, zu diesem Fall: „Hilfreich wären weitere Betroffene, die an dem Tag ebenfalls Super statt Diesel bekommen haben. Vielleicht hilft ja auch die Veröffentlichung in der NRZ/WAZ.“