Kamp-Lintforterin schreibt ein Buch voll Herz und Schmerz

Autorin Barbara Klein.
Autorin Barbara Klein.
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Was wir bereits wissen
Barbara Kleins „Irlandsonne“ ist ein Roman über die Liebe und die Liebe zur Grünen Insel, der als Film gut sonntags abends im Zweiten laufen könnte.

Kamp-Lintfort..  Es sind sonderbare Zufälle, die manchmal zu erstaunlichen Wendungen im Leben eines Menschen führen. Bei Barbara Klein war es dieser Frauenroman. Über Autorin und Titel deckt sie freundlich das Mäntelchen des Schweigens, aber er muss wohl ziemlich grottig gewesen sein. „Da hab ich mir gedacht, das kann ich besser“, sagt die Kamp-Lintforterin.

Eine komplett andere Frau

Das ist schon lange her und zu diesem Zeitpunkt war wohl das Selbstbewusstsein noch größer als die Professionalität. „Ich hab einfach angefangen, ohne zu wissen, wie man das macht“, lacht sie heute. Denn in der Zwischenzeit hat sie eine Menge gelernt, Kurse belegt, nebenberuflich als Lektorin gearbeitet, viele andere Bücher geschrieben – und irgendwann dieses verkorkste Erstlingswerk noch mal vorgekramt.

Es gab wohl doch einiges zu tun: „Ich hab eine komplett andere Frau aus der Protagonistin gemacht“, erzählt sie von der Umarbeitung. Und auch wenn’s weh tat: Ganze Kapitel wurden gestrichen, und überhaupt an allen Ecken und Enden herumgezuppelt.

Heraus gekommen ist „Irlandsonne“, ein Roman über die Liebe und die Liebe zur Grünen Insel, der als Film gut sonntags abends auf dem Zweiten laufen könnte. Barbara Klein hat alles gegeben: „Ich hab mich richtig ausgetobt. Das ist jede Menge Herzschmerz und ein Sonnenuntergang vom Feinsten. Da muss ich bei Lesungen immer höllisch aufpassen, dass mir nicht die Tränen kommen.“

Der Klappentext verrät: „...und sie heirateten, lebten glücklich in ihrem neuen Haus, bekamen ein zauberhaftes Kind, und dachten, es werde immer so weitergehen.“ Geht es natürlich nicht, sonst würde die Geschichte niemanden hinterm Ofen vorlocken. Aber es gibt doch bestimmt ein Happy End in der verzwickten Liebesgeschichte, oder? „Grundsätzlich geht es gut aus“, lässt sich die Autorin kein Geheimnis entlocken. Leichte Kost ist „Irlandsonne“, sicher, gut für einen verregneten Sonntag auf der Couch, aber kein Groschenroman: „Ich hab da schon meine Ansprüche.“

Wenngleich die Mittvierzigerin einräumt, immer noch eine „chaotische Schreiberin“ zu sein: „Die Dinge entwickeln sich unterwegs. Ich will die Figuren schräg rechts laufen lassen, aber dann gehen sie einfach geradeaus“, umschreibt sie den kreativen Prozess des Schreibens, den sie schon in zwei Krimis und in Kurzgeschichten ausgelebt hat.

Derzeit allerdings tritt das Schreiben ein wenig in den Hintergrund. Denn im „richtigen“ Leben ist Barbara Klein Diplom-Pädagogin und hat gerade eine neue Vollzeitstelle in der Jugendhilfe angenommen, mit Schichtdienst und allem, was dieser Job noch so an schwerer Kost zu bieten hat. Ein Kurzroman steht gerade an, aber weil sie gerne am Wochenende schreibt und jedes zweite Wochenende Dienst schiebt, zieht sich das ein bisschen. Da werden ihre Leser vielleicht ein bisschen länger auf das nächste Buch warten müssen: „Es wird ein Regional-Krimi. Und es gibt eine Leiche an einem bekannten Ort“, verrät die gebürtige Kölnerin, die in den vergangenen Jahren alle Nase lang Umzugskisten gepackt hat. Aber das soll sich ändern, hat sie doch in Kamp-Lintfort ihr Traumhäuschen gefunden: „Ich bleib jetzt hier. So ist der Plan.“ Der natürlich schon mal von einem Zufall durchkreuzt werden kann.