Kamp-Lintforter Kirche wird Kindertagesstätte

Architekt Klaus Burhoff zeigt, wie das Deckengewölbe im Obergeschoss in die Planung mit einbezogen wurde.
Architekt Klaus Burhoff zeigt, wie das Deckengewölbe im Obergeschoss in die Planung mit einbezogen wurde.
Foto: FUNKE Foto Services
Noch drei Wochen, dann ist es endlich soweit: Dann können die Kinder der Tageseinrichtung St. Marien endlich umziehen in ihre neuen Räume .

Kamp-Lintfort..  Noch drei Wochen, dann soll es endlich soweit sein: Dann können die Kinder der Tageseinrichtung St. Marien endlich umziehen in ihre neuen Räume. Das sollte eigentlich schon Ende Oktober soweit sein, aber wie das nun mal so ist bei größeren Umbauten – da kommt es häufig anders, als man denkt. Und dieses über Jahre gehende Projekt ist natürlich ein ganz Besonderes: Die Kinder ziehen nach gegenüber in die Marienkirche. „Wir freuen uns riesig und scharren alle schon mit den Füßen“, sagt die Leiterin Manuela Kempkes.

Idee des Weihbischofs

In der ehemaligen Kirche werden gerade die letzten Fenster eingebaut, Bodenbeläge verlegt und im Februar werden noch letzte Arbeiten im Obergeschoss zu erledigen sein, in dem Küche und Begegnungsräume zu finden sind. Das Gebäude, dessen Grundstein im Oktober 1926 gelegt worden war, ist 2012 profaniert worden. Eine Folge der sinkenden Zahl von Gläubigen. Dass die Kita gegenüber nur mit einem immensen Aufwand den neuen Brandschutzanforderungen würde gerecht werden können, war auch klar. Vom Weihbischof Theising stamme die Idee, die Kirche so umzunutzen“, erinnert sich Peter Brümmer vom Bauausschuss der Kirchengemeinde. „Schön, wenn Zukunft in alten Gemäuern leben kann“, wählt Manuela Kempkes ein schönes Bild.

„Klar, hätte da auch prima ein Studentenwohnheim hingepasst, aber wir wollten keinen wirtschaftlichen Nutzen daraus ziehen“, erklärt Brümmer. So ist jetzt aus dem Umbau ein „Prestigeobjekt“ für das Bistum geworden. 1,9 Millionen Euro kostet das Ganze, gestemmt von Bistum, Stadt, Land, der Kirchengemeinde und diversen Fördertöpfen für den U-3-Ausbau. Bischof Felix Genn war schon gucken und „war begeistert“, weiß Brümmer. Und: „Ja, wir sind richtig stolz drauf“, sagt der Immobilienexperte. „Da haben alle an einem Strang gezogen, jetzt ist alles auf dem neuesten technischen und pädagogischen Stand. Und behindertengerecht.“

Die äußere Hülle der Kirche ist beim Umbau ebenso erhalten geblieben wie der Glockenturm. Gerettet wurden einige der wunderschönen bunten Fenster, die nun in der Kapelle des Caritas-Hauses St. Hedwig zu finden sind. Die Fensterform ist aber auch für den Kindergarten geblieben und strahlt schon noch etwas von Kirche aus. Gleichwohl betont Peter Brümmer, dass in der Kita nicht nur Katholiken sind, sondern „alle Kulturen vertreten".

56 Kinder werden bald in der Marienkirche toben, davon 17 Unter- Dreijährige, betreut von 11 Erzieherinnen. „Das sind schon tolle Rahmenbedingungen, die wir dort vorfinden“, freut sich Manuela Kempkes, „Da können wir unser Konzept verwirklichen.“

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