Kamp-Lintforter Drogenberatung hat neuen Vorstand

Dr. Christoph Müllmann
Dr. Christoph Müllmann
Foto: WAZ FotoPool
Die Stadt hält das Konzept des Trägervereins für überholt und hält Ausschau nach einem professionellen Träger wie der Diakonie.

Kamp-Lintfort..  Nachdem es im Herbst beim Trägerverein der Drogenberatung ordentlich geruckelt hat, hat sich nun ein neuer Vorstand gebildet, der den Verein in ruhigeres Fahrwasser lenken will. Vorsitzende ist nun Eva Alexius, ihre Stellvertreterin heißt Eva Rotter und Manfred Maicher ist weiteres Vorstandsmitglied. Sie hätten die „nahezu uneingeschränkte Zustimmung“ durch die Mitgliederversammlung erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung. Im Gegensatz zu Heinz-Günter Schmitz, SPD-Fraktionsvorsitzender, der im September seine Wahl abgelehnt hatte, weil es sieben Nein-Stimmen gab und er keinen ausreichenden Rückhalt im Verein sah.

Von der Stadt wurden Angelika Scheer und Guido Roosen benannt und ebenfalls als Vorstandsmitglieder bestätigt.

„Erst mal sortieren“

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Aufgrund der überraschenden – und für viele Vereinsmitglieder nicht nachvollziehbaren – Vertragskündigung der Stadt Kamp-Lintfort mit dem Verein und der Auflösung der Nachsorgegemeinschaft Terhardtshof kommen bedeutende Aufgaben auf den neu gewählten Vorstand als Verhandlungspartner mit Vertretern der Stadt bei der anstehenden Abwicklung zu. Der Vorstand betonte seine Absicht, die Abwicklungsverhandlungen sachlich, konstruktiv und ergebnisoffen zu führen und dabei die Belange aller Beteiligten (derzeitige Bewohner des Nachsorgehauses, ambulant betreute Klienten, Angehörige, Mitarbeiter der Drogenberatung) sowie die Interessenwahrung des Vereins dabei zu berücksichtigen.“ Ansonsten gibt man sich sehr zugeknöpft beim neuen Vorstand: „Wir müssen uns erst mal sortieren und positionieren“, sagte Manfred Maicher auf Anfrage der Redaktion. Auch Eva Alexis, die ja nun in einer schwierigen Situation ihr Amt antritt, lässt sich nicht mehr entlocken als: „Das ist mir eine wichtige Angelegenheit.“

Gleichwohl: Wenn der Trägerverein „ergebnisoffen“ mit der Stadt verhandeln will, könnte das nicht ganz kampflos möglich sein. Das scheint auch Maicher zu erkennen, denn er freut sich, dass der neue Vorstand mit nur zwei städtischen Vertretern „weisungsungebunden“ sei. Wie ergebnisoffen Dezernent Christoph Müllmann die Gespräche sieht, kann man an dieser Aussage ungefähr ermessen: „Wir meinen, die Konstruktion mit dem Trägerverein hat sich überlebt. Der Verein ist nicht in der Lage, das zu steuern. Ein professioneller Träger wie etwa das Diakonische Werk kann doch besser mit Krankheit und anderen Vertretungsfällen umgehen.“ Er sieht den Verein nach Ablauf der Kündigungsfrist nur noch „unterstützend tätig“. Klar ist auch diese Ansage des Dezernenten: „Ende 2016 ist Schluss mit der Beauftragung des Vereins. Das hat der Rat so beschlossen.“ Auch betont er, dass die Drogenberatung das Konto, auf das ein möglicher Verkaufserlös des Terhardtshofs fließen würde, nicht ohne Rücksprache mit der Stadt nutzen dürfe.

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