Kamp-Lintfort: Wie Hilfe am besten vor Ort ankommt

Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Beim „Cari-Treff im Dialog“ diskutierten Ehrenamtler und Flüchtlinge über Koordination und Organisation von Hilfsangeboten

Kamp-Lintfort..  Die Zahl der Flüchtlinge wächst. Auch nach Kamp-Lintfort kommen immer mehr Menschen auf der Suche nach Schutz vor Krieg und Verfolgung in ihren Heimatländern. Wie man ihnen vor Ort am besten helfen kann und wie diese Hilfe zu organisieren ist – das war jetzt Thema der Diskussionsreihe „Cari-Treff im Dialog“, zu der die Caritas auch Flüchtlinge eingeladen hatte, um ins Gespräch miteinander statt übereinander zu kommen.

„Wir möchten für Flüchtlinge da sein, wollen ihnen helfen, hier besser klar zu kommen“, sagt Rainer Klotz, der gemeinsam mit seiner Frau vor etwa vier Monaten den Verein „Flüchtlingshilfe Ka-Li“ gegründet hat. Dabei habe man aber schnell gemerkt, dass auch die Helfer selbst noch jede Menge Unterstützung brauchen.

„Wir merken, dass es schwierig ist, in Gang zu kommen“, sagte auch Pastoralreferent Thomas Riedel für den Arbeitskreis „Welcome“ der Kirchengemeinde St. Josef. Wichtig sei es, dass alle an der Sache Beteiligten nicht in Konkurrenz zueinander träten.

Was können Ehrenamtler leisten und in welchem Rahmen können sie sich bewegen – auch diese Information, so Hans-Peter Niedzwiedz von der Caritas, sei für die Helfer wichtig. Und auch bei der Koordination der Hilfsangebote müsse in naher Zukunft etwas passieren.

Mehr Sprachkurse gewünscht

Man brauche als Flüchtling derzeit vor allem eines – mehr Deutschunterricht, um die fremde Sprache schneller zu lernen, damit unabhängiger von Hilfsangeboten zu werden und sich besser zu integrieren, hieß es auf Seiten der Flüchtlinge: „Der Schlüssel ist die Sprache.“ Sabine Marx-Krimi von der Caritas-Migrationsberatung kennt diesen Wunsch aus ihrer täglichen Arbeit: „Wir bieten jetzt zusätzliche Sprachkurse im Josef-Jeurgens-Haus an. Die VHS-Integrationskurse sind immer sehr schnell voll.“ Niedzwiedz regte in diesem Zusammenhang eine Zusammenarbeit mit der Hochschule Rhein-Waal an. Was immer noch passiert: Hilfsangebote, die nur schleppend in Gang kommen, weil die Ehrenamtler nicht wissen, wen sie wann ins Boot holen sollen. Spätestens an dieser Stelle wurde noch einmal klar: An Ideen mangelt es nicht – aber in Sachen Koordination bleibt noch einiges zu tun.