Kamp-Lintfort: St. Bernhard schließt Abteilung

Das St Bernhad Krankenhaus in Kamp-Lintfort.
Das St Bernhad Krankenhaus in Kamp-Lintfort.
Foto: NRZ

Kamp-Lintfort..  Am 30. September ist Schicht für die zehn Mitarbeiter der Sterilisation im St. Bernhard Hospital. Diese direkt über den Operationssälen angesiedelte Abteilung wird geschlossen, zehn Mitarbeiter erhielten die Kündigung. Zwar wurden ihnen Arbeitsverträge bei einem neuen Arbeitgeber angeboten, aber das hätte Schichtdienst bedeutet – in Bochum.

Das St. Bernhard gehört zur St. Franziskus-Stiftung Münster, einer katholischen Krankenhausgruppe und somit zu einem kirchlichen Konzern, der Krankenhäuser, Behinderteneinrichtungen, Seniorenheime und das Medical Order Center in Ahlen betreibt. Zu letzterem gehört wiederum die Medicalorder Instruments GmbH mit ihrer Betriebsstätte in Bochum, in die das St. Bernhard nun die Sterilisation der Instrumente auslagert.

Bislang, so ist aus Mitarbeiterkreisen zu hören, wurden in Kamp-Lintfort auch die OP-Instrumente des St. Elisabeth in Meerbusch-Lank sterilisiert, nun ginge alles nach Bochum. Man hätte den Mitarbeitern, von denen sechs den Schwerbehindertenstatus besitzen und einige kurz vor der Rente stehen, dort Jobs angeboten – aber wie sieht die Arbeit bei der Medicalorder Instruments GmbH aus?

Spät- und Nachtdienst im Wechsel

Acht Wochen Spät- und Nachtdienst, dann eine Woche Frühdienst, dazu Bereitschaftsdienst. Der Spätdienst endet um 2 Uhr, der Nachtdienst um 4.15 Uhr. Die Bitte der Kamp-Lintforter Mitarbeiter, wenigstens zwei von ihnen in einer Schicht zu beschäftigen, um Fahrgemeinschaften bilden zu können, sei abgeschmettert worden. Mit dem Ergebnis, dass nur einer den Job in Bochum genommen habe. Andere ziehen vors Arbeitsgericht.

Die Redaktion bat die Mitarbeitervertretung (MAV) des St. Bernhard um eine Stellungnahme zur Schließung der Abteilung. Darin heißt es unter anderem: „Diese Entscheidung ist für uns nachvollziehbar. Der Hintergrund dieser Entscheidung war die zunehmenden Anforderungen, die an eine Zentralsterilisation in einem Hospital unserer Größenordnung gestellt wird.“

„Die Anforderungen an die Instrumentenaufbereitung sind in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen“, so Josef Lübbers, Kaufmännischer Direktor des St. Bernhard. „Bis heute konnten wir allen Anforderungen vollständig gerecht werden. Zukünftig wären für den Weiterbetrieb aufwändige Zertifizierungs-Verfahren und erhebliche Investitionen erforderlich geworden.“