Kamp-Lintfort ringt mit seinen Altlasten

Martin Notthoff
Martin Notthoff
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Was wir bereits wissen
Die Studie zur Krebshäufigkeit rund um den Eyller Berg wird ebenso erst im Umweltausschuss behandelt wie der Umgang mit giftigen Rückständen des Bergwerks West.

Kamp-Lintfort..  Die ursprünglich angesetzten Themen der gestrigen Ratssitzung waren schnell abgehakt. Für weitaus mehr Gesprächsstoff im Sitzungssaal sorgte stattdessen unter anderem der Schlussbericht der Uni Münster zu ihrer Studie um die Krebshäufigkeit rund um die Mülldeponie Eyller Berg (wir berichteten). Während Grünen-Fraktionschef Johannes Tuschen Bürgermeister Christoph Landscheidt aufforderte, unverzüglich zu einem zweiten „Runden Tisch“ in Sachen Eyller Berg zu laden, trat Kämmerer Martin Notthoff notgedrungen auf die Bremse.

Das Landesumweltministerium habe nach dem Termin am gestrigen Vormittag in Abstimmung mit der IG Endlager Mensch eine Veröffentlichung der Ergebnisse noch einmal verschoben, informierte Kämmerer Notthoff die Ratsmitglieder über den Verlauf des Gespräches in Düsseldorf. Sattelfeste Ergebnisse der Studie gälten ob der kleinen Zielgruppe unter Experten ohnehin als problematisch, so Notthoff. Man müsse sich darüber im Klaren sein, dass man es nicht schaffen werde, eine schlüssige Kausalkette zwischen Krebserkrankungen und der Giftmülldeponie herzustellen. Geplant sei, die Studie zum Thema in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses am 23. April zu machen. Dazu sollen nun neben Ministeriumsvertretern ebenfalls Regierungspräsidentin Anne Lütkes eingeladen werden.

Auch auf die Anfrage der Linken zum Thema Altlasten auf dem Zechengelände dürfte es in dieser Sitzung Antworten geben. Dann sollen Vertreter der RAG ihre Vorschläge unterbreiten, wie mit den Altlasten umzugehen ist. Nachteile für eine erfolgreiche Bewerbung für die Landesgartenschau sieht Notthoff nicht: „Es wäre nicht das erste Mal, dass eine solche Fläche in eine blühende Landschaft verwandelt wird“, so Notthoff, der in diesem Zusammenhang unter anderem auf Leverkusen und Oberhausen verwies.

Auch die letzte Anfrage der Grünen in Sachen Sportanlage Franzstraße sorgte noch einmal für Zündstoff. Nachdem es zwischen den beiden die Sportanlage nutzenden Vereinen Fichte Lintfort und DJK noch immer keinen verbindlichen Vertrag gibt, ging es gestern um den Unterpachtvertrag von Fichte mit der Gastronomie am Platz. Laut CDU-Ratsherr und DJK-Vorsitzendem Wolfgang Holzgraefe stelle sich für seinen Verein die Frage, warum er sich an Kosten beteiligen solle, nicht aber an Pachteinnahmen beteiligt werde.